Tötete sie ihren Ehemann aus Geldgier? „Schwarze Witwe” Catherine Nevin nimmt ihre Geheimnisse mit ins Grab

Was geschah damals im Jack White‘s Inn?
In den frühen Morgenstunden des 19. März 1997 wird die irische Polizei zu einem Pub im Ferienort Brittas Bay südlich von Dublin gerufen. Jemand hat in dem Lokal den Panikknopf gedrückt. Die Beamten finden Catherine Nevin, die Besitzerin des Inns, im Nachthemd. Sie ist gefesselt und geknebelt. Sie berichtet der Polizei von maskierten Eindringlingen und fragt dann: „Wo ist Tom?“
Tom Nevin liegt tot in der Küche des Pubs
Tom Nevin, ihren Ehemann, entdeckt die Polizei in einer Blutlache am Boden in der Küche des Lokals. Er wurde offenbar erschossen. Erst sieht alles nach einem tödlichen Raubüberfall aus, doch während der Ermittlungen kommen plötzlich Fragen auf.
Die ganze Geschichte von Catherine Nevin findet ihr auf RTL+ in der neuen Staffel von „Anwälte der Toten – Im Kopf des Mörders“.

Das Paar ist seit 1979 verheiratet. Die beiden lernen sich bei einem Verkuppelungs-Festival in Irland kennen. Doch das Eheglück währt offenbar nicht lange. Nach außen sind die Nevins ein erfolgreiches Geschäftspaar, sie besitzen Immobilien und betreiben mehrere Pubs. Doch zwischen den beiden kommt es immer wieder zu Spannungen.
Häusliche Gewalt schon vor dem Mord an Tom Nevin
Catherine Nevin soll ihrem Mann gegenüber mehrfach gewalttätig geworden sein. Tom wird immer wieder ins Krankenhaus eingeliefert. Cathrine soll außerdem Kontakte zu kriminellen Netzwerken in Dublin gepflegt und eine Affäre gehabt haben. Wurde sie ihres zehn Jahre älteren Mannes irgendwann überdrüssig?
Ihre Angestellten erzählen, dass sie sonst oft in den Gästezimmern des Pubs übernachtet hätten. Ausgerechnet in der Todesnacht schickte Catherine sie aber alle weg. Die Frau soll sich danach auch geweigert haben, bei der Polizei eine Aussage zu machen oder sich im Krankenhaus untersuchen zu lassen. Die Leiche ist außerdem bereits kalt, als die Polizei am Tatort eintrifft, und es gibt keine Einbruchspuren am Haus.
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Catherine Nevin versuchte, einen Auftragskiller anzuheuern
Dann melden sich mehrere Männer bei der Polizei, denen die Inn-Betreiberin Geld angeboten haben soll, um ihren Ehemann aus dem Weg zu räumen. Sie ist auch die einzige, die finanziell von Toms Tod profitiert hätte. Auf den Barbesitzer laufen mehrere Lebensversicherungen und seine Ehefrau würde sein ganzes Vermögen erben.
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Im Jahr 2000 wird Catherine Nevin in Dublin wegen Mordes und dreifacher Anstiftung zum Mord vor Gericht gestellt. Sie beteuert ihre Unschuld und glaubt bis zum letzten Moment, dass sie freigesprochen wird. Doch die Jury spricht die Angeklagte schuldig. Sie wird zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt. Für die Anstiftungen bekommt sie je weitere sieben Jahre Gefängnis aufgebrummt.
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Nevin wird mit Hirntumor aus dem Gefängnis entlassen und stirbt
Ruhe gibt Catherine Nevin trotzdem nicht. Immer wieder versucht sie Berufung oder Beschwerden gegen das Urteil einzulegen – vergeblich. Zum Schluss will sie aus dem Gefängnis heraus sogar noch an das Geld ihres toten Ehemannes heran. Doch auch das gelingt ihr nicht. Im August 2017 kommt die verurteilte Mörderin schließlich auf freien Fuß.
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Catherine ist unheilbar an Krebs erkrankt und wird in einem Hospiz untergebracht, in dem sie sechs Monate später stirbt. Noch immer sind viele Fragen in dem Fall offen. Hat Catherine allein gehandelt oder hatte sie Hilfe bei der Tat von einem ihrer kriminellen Kontakte? Die Frau, die von der Presse immer wieder als „Schwarze Witwe“ bezeichnet wurde, schwieg bis zu ihrem Tod. Ihre mörderischen Geheimnisse hat sie mit ins Grab genommen.
Verwendete Quellen: „Anwälte der Toten – Im Kopf des Mörders“


