Nach Flucht getötetSieben Monate lange Jagd! Polizistenmörder in Australien erschossen

30.03.2026, Australien, Porepunkah: Polizeibeamte sind an dem Ort im Einsatz, an dem der flüchtige Dezi Freeman in Porepunkah, Victoria, am Montag, 30. März 2026, erschossen wurde. Der seit Ende August 2025 gesuchte Polizistenmörder ist bei einem Polizeieinsatz im Bundesstaat Victoria getötet worden. Foto: James Ross/AAP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Freeman wurde auf einem abgelegenen Grundstück in Porepunkah erschossen.
dpa

Sieben Monate lang ist ein mutmaßlicher Polizistenmörder in Down Under auf der Flucht. Dann gelingt es der Polizei, den australischen „Reichsbürger“ aufzuspüren. Doch der Mann, dessen Großfahndung das Land in Atem hielt, ergibt sich nicht.

Monatelang hatte er eine ganze Region in Angst versetzt, nun endete die spektakuläre Flucht eines mutmaßlichen Polizistenmörders in Australien. Der seit Ende August gesuchte Schütze Dezi Freeman wurde bei einem Polizeieinsatz im Bundesstaat Victoria getötet. Nach Polizeiangaben kam es zu einer rund dreistündigen Konfrontation, bevor der 56-Jährige schließlich von Beamten erschossen wurde.

Der Polizeichef von Victoria, Mike Bush, bestätigte, dass ein Mann am Montag kurz nach 8.30 Uhr (Ortszeit) von der Polizei tödlich verletzt wurde, nachdem es zu einer stundenlangen Auseinandersetzung gekommen war, bei der er sich nicht friedlich ergeben wollte. Spezialeinheiten hatten Freeman zuvor auf einem abgelegenen Grundstück in einer Container-ähnlichen Struktur nahe der Ortschaft Thologolong im Bundesstaat Victoria aufgespürt. Er galt als einer der meistgesuchten Verbrecher des Landes.

Vor sieben Monaten hatte er auf seinem Grundstück nahe der Ortschaft Porepunkah, rund 300 Kilometer nordöstlich von Melbourne, das Feuer auf Polizeibeamte eröffnet. Die Polizei hatte Freeman am 26. August auf seinem Grundstück aufgesucht, um einen Haftbefehl zu vollstrecken, der gegen ihn vorlag. Dabei ging es um Sexualdelikte. Der Mann schoss dabei laut Polizei plötzlich auf die Beamten. Es starben zwei Polizisten, ein dritter wurde schwer verletzt. Freeman entkam bewaffnet in dicht bewaldetes Gelände - der Beginn einer beispiellosen Großfahndung.

Über Monate hinweg durchkämmten Hunderte Einsatzkräfte das schwer zugängliche Gebiet, unterstützt von Hubschraubern, Drohnen und Hundestaffeln. Die Behörden warnten wiederholt, der Gesuchte sei „gemeingefährlich“. Freemans Ehefrau Amalia, die drei Kinder mit ihm hat, forderte ihn öffentlich auf, sich zu stellen.

Freeman wurde der sogenannten „Sovereign Citizens“-Szene zugerechnet - einer ideologischen Strömung, die mit den deutschen „Reichsbürgern“ vergleichbar ist. In Medienberichten und Gerichtsdokumenten wurde er als vorbestrafter Waffennarr beschrieben, der gegen jede staatliche Autorität aufbegehrte. In einem Podcast beschrieb er sich 2019 als Fotograf aus dem Nordosten Victorias und als „souveränen Bürger“ mit Hass auf die Polizei. Freunde berichteten, dass er sich im Laufe der Jahre zunehmend radikalisiert habe.

Die Ermittlungen dauern unterdessen an. Die Polizei prüft insbesondere, ob Freeman während seiner Flucht Unterstützung aus dem Umfeld erhalten hat.

Verwendete Quellen: sba/dpa