Mit dem eigenen Motorrad entkommenBei Freigang entflohener Sträfling ist bekannter Frauenmörder

Frauenmörder auf der Flucht!
Am Dienstag (16. Juni) flüchtet Benjamin Fricke bei einem Freigang. Nach Angaben des Justizministeriums in Hannover besucht der Mann seine Mutter in Peine-Vöhrum und rast dann mit seinem eigenen Motorrad davon. Von Fricke geht große Gefahr aus, denn der Straftäter ist ein bekannter Frauenmörder. RTL begleitet den Fall damals ausführlich und spricht mit früheren Freunden und Ermittlern. Dabei kommt raus, dass Fricke besonders gefühlskalt und brutal ist.
Benjamin Fricke gab sich im Chat als 18-jähriges Mädchen aus

Der Mann, nach dem jetzt ganz Deutschland sucht, wurde 2011 vom Landgericht Hildesheim zu lebenslanger Haft verurteilt.
Im Internet hatte der damals 27-jährige Benjamin Fricke eine junge Frau kennengelernt. Die 23-jährige Melanie ist auf der Suche nach einer neuen Freundin und stößt auf einem Portal für den Raum Hannover auf „Sarah”. Was sie nicht weiß: Ihre neue Chat-Freundin ist kein 18-jähriges Mädchen, wie sie glaubt, sondern der damals 27-jährige Benjamin Fricke. Dass er ausgerechnet mit Melanie in Kontakt kam, war nicht geplant. Vorher hatte Benjamin Fricke schon in anderen Chatrooms mit knapp 150 Frauen versucht, Kontakt aufzunehmen. Vor Gericht erklärt er später, er habe wissen wollen „wie Frauen so ticken.” Am 26. Oktober 2010 lockt der 1,92 Meter große Mann Melanie unter einem Vorwand in seine Wohnung. Dann versucht er, Melanie zu vergewaltigen. Als sie sich weigert, sticht er mit einem Messer auf sie ein und schneidet ihr die Kehle durch. Später gesteht er, sich an seinem Opfer noch sexuell vergangen zu haben. Um seine Spuren zu verwischen transportiert er die Leiche in einer Mülltonne aus seiner Wohnung und fährt mit Melanies Auto in ein Waldstück bei Gifhorn.
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Er zeigte keine Spur von Reue

Nur wenige Stunden später soll Benjamin Fricke schon wieder auf einem Flirtportal nach weiteren Bekanntschaften gesucht haben. „Gefühlskalt, ohne Betroffenheit und keine Spur von Reue”, so haben die Beamten Benjamin Fricke beschrieben, die mit ihm den Fundort der Leiche besichtigt haben. Er habe „wie ein Wasserfall” über Belanglosigkeiten geredet. Auf die Frage, warum er Melanie getötet habe, soll er lediglich geantwortet haben: „Das ist halt im Affekt passiert.” Doch das sah das Gericht anders. Benjamin Fricke wird zu lebenslanger Haft verurteilt.
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„Benny” hatte schon als Jugendlicher Gewaltfantasien
Nach dem Mord an Melanie spricht RTL damals mit ehemaligen Freunden von Benjamin Fricke. Sein Jugendfreund Timo erzählt uns 2011, dass „Benny” schon als Jugendlicher mit Waffen geprahlt habe. „Insofern wusste ich, da ist Gefahr.” Wie gefährlich Benjamin Fricke tatsächlich ist, erfährt Timo dann am eigenen Leib. Weil sich Benjamin Fricke in Timos damalige Freundin verliebt, lauert er dem jungen Mann mit einer Waffe und einem Messer auf. Nur weil Timos Freunde ihn rechtzeitig warnen und dieser die Polizei ruft, geht die Situation glimpflich aus. Timo erzählt, dass er auch eine andere Seite von Benjamin Fricke kennt. Nämlich den Jungen, der von seinem Vater abends geschlagen wurde, der sich von der Welt „allein gelassen” gefühlt habe. Er habe gefährliche Gedanken gehabt, aber als Mensch konnte man „ihn schubsen, der hat nichts gesagt.” Ein anderer Bekannter erzählt RTL, Benjamin soll schon früher ein Mädchen vergewaltigt haben. Als der Bekannte ihn zur Rede stellen wollte, habe Benjamin mit einer 40 Zentimeter langen Machete nach ihm geschlagen. Daraufhin wurde er für zwei Wochen in die Psychiatrie eingewiesen.
Die Polizei warnt eindringlich vor Benjamin Fricke: Wer den Geflohenen sieht, soll sich ihm nicht nähern, sondern über den Notruf die Polizei verständigen. Nach Angaben des Landeskriminalamtes ist es möglich, dass sich der Gesuchte bevorzugt in den Städten Peine und Kassel aufhält.
Quelle: eigene RTL-Recherche


