Artemis-Mission endet erfolgreichAstronauten landen nach Mondflug sicher auf der Erde

In this image from video provided by NASA, the Artemis II Orion capsule splashes down in the Pacific Ocean, on Friday, April 10, 2026. (NASA via AP)
Die Orion-Raumkapsel landet von Fallschirmen abgebremst im Pazifik.
AP

Erfolgreiche Landung nach historischer Mission: Erstmals seit mehr als 50 Jahren waren Menschen wieder in der Nähe des Mondes. Sie sahen zuvor Ungesehenes und stellten Rekorde auf. Jetzt sind sie nach einem dramatischen Rückflug wieder zurück auf der Erde.

Die ersten Menschen, die seit mehr als 50 Jahren in der Nähe des Mondes waren, sind nach rund zehn Tagen im All zurück auf der Erde. Die vier „Artemis 2“-Astronauten an Bord der „Orion“-Kapsel landeten plangemäß um 17.07 Uhr (Ortszeit; Samstag 02.07 Uhr MESZ) im Pazifik, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. Es sei eine „Bilderbuch-Landung“ gewesen.

Spezialkräfte der Nasa und des US-Verteidigungsministeriums halfen den Astronauten aus der Kapsel und brachten sie dann per Helikopter zu einem speziellen Schiff. Nasa-Chef Jared Isaacman nahm sie persönlich in Empfang und gratulierte ihnen zu einer „historischen Errungenschaft“. Die Astronauten winkten und lächelten in die Kameras und streckten ihre Daumen in die Höhe. Die Crew sei „gesund und glücklich“, hieß es von der Nasa.

Der Rückflug zum Abschluss der zehntägigen Mission hatte unter extremen Bedingungen stattgefunden: Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre mit einer Geschwindigkeit von mehr als 38.000 Kilometern pro Stunde war das Orion-Raumschiff Temperaturen von mehr als 2700 Grad Celsius ausgesetzt - eine riesige Herausforderung für den Hitzeschild. Wie erwartet wurde dabei die Kommunikation zwischen Kontrollzentrum und Raumkapsel für rund sechs Minuten unterbrochen.

Die vier Astronauten - der Kanadier Jeremy Hansen sowie die US-Amerikaner Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman - waren in der vergangenen Woche an Bord der „Orion“-Kapsel mit dem Raketensystem „Space Launch System“ vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abgehoben. Für Glover, Koch und Wiseman war es der zweite Flug ins All, für Hansen der erste. Koch wurde zur ersten Frau an Bord einer Mondmission der Nasa, Glover zum ersten nicht-weißen Menschen und Hansen zum ersten Kanadier.

US-Präsident Donald Trump gratulierte den Astronauten. „Glückwünsche an die großartige und sehr talentierte Crew der Artemis 2“, schrieb Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social. „Die gesamte Reise war spektakulär, die Landung war perfekt, und als Präsident der Vereinigten Staaten könnte ich stolzer nicht sein.“ Trump lud die Astronauten ins Weiße Haus ein und rief als künftiges Ziel eine Reise zum Mars aus: „Wir werden es wieder tun, und dann, nächster Schritt, Mars!“

Der Flugverlauf von „Artemis 2“ glich insgesamt einer Acht um Erde und Mond. Die vier Astronauten legten insgesamt mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurück. Sie flogen um den Mond herum und entfernten sich weiter von der Erde als jemals Menschen zuvor. Mit ihrer „Orion“-Kapsel knackten sie den 1970 aufgestellten Rekord der „Apollo 13“-Mission von rund 400.171 Kilometern. Am weitesten Punkt waren sie im weiteren Verlauf rund 406.771 Kilometer von der Erde entfernt. Dem Mond näherten sie sich auf rund 6.545 Kilometer. Eine Landung war bei dieser Mission nicht geplant.

Bei ihrem Flug um den Mond herum beobachteten die Astronauten den Himmelskörper rund sieben Stunden lang ganz besonders intensiv. Insbesondere auf der Rückseite des Mondes konnten sie dabei auch aufgrund der Sonnenverhältnisse Dinge sehen, die nie ein Mensch zuvor mit eigenen Augen gesehen hat. Für rund 40 Minuten war es währenddessen für die Astronauten, wie vorab erwartet, nicht möglich, mit dem Kontrollzentrum auf der Erde zu kommunizieren.

Gegen Ende des Vorbeiflugs am Mond konnten die Astronauten - mit speziellen Brillen - sogar noch eine Sonnenfinsternis beobachten, bei der die Sonne aus der Perspektive von „Orion“ hinter dem Mond verschwand.

Der erste Mensch auf dem Mond war am 20. Juli 1969 Neil Armstrong. Als bislang letzter Mensch verließ im Dezember 1972 der 2017 gestorbene Nasa-Astronaut Eugene Cernan mit der „Apollo 17“-Mission den Erdtrabanten. Insgesamt brachten die USA als bislang einziges Land mit den „Apollo“-Missionen zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Mond.

Das langfristige Ziel der Nasa ist der Aufbau einer dauerhaften Mondstation. Von dort sollen Flüge zum Mars starten. Das gesamte „Artemis“-Programm hat seit 2012 mindestens 93 Milliarden US-Dollar gekostet, schätzen Experten.

Die Nasa setzt dabei verstärkt auf Zulieferer aus der Privatwirtschaft. Die Schwerlastrakete SLS, welche die „Orion“-Raumkapsel in den Weltraum transportiert, wurde von den US-Konzernen Boeing und Northrop Grumman entwickelt. Lockheed Martin baut die Kapsel. Um den Auftrag für eine künftige Mondlandefähre konkurrieren die Weltraumfirmen SpaceX und Blue Origin der Milliardäre Elon Musk und Jeff Bezos.

Deutsche Firmen leisten ebenfalls einen Beitrag: Das Servicemodul der „Orion“-Kapsel, in dem sich der Antrieb sowie die Wasser- und Sauerstofftanks für die Mannschaft befinden, wird im Bremer Airbus-Werk montiert. Auch einige der beim aktuellen Flug mitgeführten Messgeräte stammen aus Deutschland.

Verwendete Quellen: mau/dpa/AFP/rts