50 Jahre altes Rätsel, wurde nie gelöstMillionen-Belohnung für die Wahrheit! Der Vermisstenfall Eloise Worledge bewegt die Welt bis heute

Es ist ein Fall, der auch nach fünf Jahrzehnten nichts von seiner Tragik verloren hat.
Eloise Worledge, ein achtjähriges Mädchen aus dem australischen Bundesstaat Victoria, verschwand in einer Januarnacht 1976 – und kam nie zurück. Nun, 50 Jahre später, richtet sich der Blick der Öffentlichkeit erneut auf ihr Schicksal: Die Polizei hat eine Belohnung von über einer Million australischer Dollar für Hinweise ausgesetzt, die endlich Klarheit bringen sollen.
Was geschah mit Eloise Worledge?
In der Nacht zum 13. Januar 1976 schlief Eloise in ihrem Kinderzimmer im Küsten-Vorort Beaumaris bei Melbourne. Als ihre Eltern am Morgen nach ihr sahen, war das Bett leer. Von dem achtjährigen Mädchen fehlt seitdem jede Spur.
Die Beweislage vor Ort war damals nicht eindeutig. Ein aufgeschnittenes Fliegengitter am Fenster deutete darauf hin, dass jemand von außen ins Haus eingedrungen war. Laut den forensischen Beweisen soll das Loch jedoch von innen aus dem Schlafzimmer herausgeschnitten worden sein, und die Entführungsszene möglicherweise inszeniert worden sein. Die Polizei begann, auch Eloises Eltern als mögliche Verdächtige zu betrachten, da sie sich gerade getrennt hatten. Die Polizei hat nie Beweise gefunden, die einen oder beide Elternteile in Eloises Verschwinden verwickeln.
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Was nach Eloises Verschwinden folgte, war eine der größten Such- und Ermittlungsaktionen, die Victoria bis dahin erlebt hatte. Hunderte Polizisten durchkämmten die Umgebung, Nachbarn wurden befragt, Hinweise überprüft – doch trotz enormen Aufwands blieb das Mädchen verschwunden.
Ein halbes Jahrhundert der Ungewissheit
Für die Familie begann im Januar 1976 ein Leben im Schwebezustand zwischen Hoffnung und Verlust. Eloise wurde nie gefunden, es gab aber weder ein Geständnis noch einen eindeutigen Tatverdächtigen. Der Fall wurde mehrfach neu aufgerollt, als Cold Case untersucht und auch gerichtlich aufgearbeitet. Dennoch blieb die zentrale Frage unbeantwortet: Was geschah mit Eloise? Mittlerweile ist es ein halbes Jahrhundert der Ungewissheit für ihre Angehörigen. Die Ermittler gehen heute davon aus, dass das Mädchen nicht mehr lebt. Offiziell gilt der Fall jedoch weiterhin als ungeklärt.

Der 50. Jahrestag von Eloises Verschwinden rufe „eine Vielzahl von Emotionen hervor” und verursache erneut „großes Leid”, erklärte die Familie Worledge in einem offiziellen Statement. „Meine Erinnerungen daran, wie ich aufwachte und feststellte, dass sie verschwunden war, sind noch immer sehr lebendig und schmerzlich, und die Zeit hat den Schmerz über diesen Verlust nicht gemildert“, wird ein namentlich nicht genanntes Familienmitglied in der Erklärung zitiert. „Ella war und ist nach wie vor sehr geliebt, sie war mehr als eine vermisste Person oder eine Akte – sie war eine Tochter, eine Schwester, eine Freundin. Jemand, der allen, die sie kannten, sehr wichtig war.“
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Die neue Belohnung – ein Appell an das Gewissen
Mit der nun ausgelobten Millionen-Belohnung verfolgt die Polizei ein klares Ziel: Menschen zum Sprechen zu bewegen, die bislang geschwiegen haben. Die Summe soll Hinweise ermöglichen, die entweder zur Identifizierung eines Täters führen – oder zumindest dabei helfen, Eloises Verbleib zu klären. Die Ermittler betonen, dass sich Lebensumstände ändern: Freundschaften zerbrechen, Loyalitäten lösen sich, Schuldgefühle wachsen. Was vor Jahrzehnten unaussprechlich schien, könnte heute ausgesprochen werden.
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Die Hoffnung auf Antworten
Für die Polizei ist Eloise kein Cold Case, der lediglich aus Papier besteht. Und für ihre Angehörigen ist sie bis heute kein abgeschlossenes Kapitel. In offiziellen Stellungnahmen wird immer wieder betont, dass hinter dem Namen ein Kind steht – mit Träumen, einer Familie und einem Leben, das abrupt endete.
Die neue Belohnung ist deshalb mehr als ein Ermittlungsinstrument. Sie ist ein Zeichen dafür, dass Eloise nicht vergessen ist. Wenn sie noch leben sollte, wäre sie heute 58 Jahre alt.

Ob der erneute öffentliche Fokus tatsächlich neue Erkenntnisse bringt, ist ungewiss. Doch nach 50 Jahren richtet sich der Appell erneut an die Gesellschaft: Jede Information, so klein sie auch erscheinen mag, könnte entscheidend sein. Vielleicht ist es jetzt dieser letzte Anstoß, der nach all den Jahren doch noch Antworten bringt – für die Ermittler, vor allem aber für eine Familie, die seit einem halben Jahrhundert mit der gleichen Frage lebt.
Falls der Fall tatsächlich aufgeklärt werden sollte, käme diese Information für Eloises Eltern allerdings zu spät. Vater Lindsay starb 2017 und Mutter Patsy starb im Jahr 2022 – ohne jemals erfahren zu haben, was aus ihrer Tochter geworden ist.
Verwendete Quellen: The New Zealand Herald, Herald Sun, Polizei Victoria


