Er tötete Jonathan Coulom im Jahr 2004 Lebenslange Haft für deutschen „Maskenmann” wegen Kindsmordes in Frankreich

Ab dem 18. Mai steht der deutsche Martin Ney in Nantes erneut vor Gericht.
Seit dem 18. Mai stand der deutsche Martin Ney in Nantes erneut vor Gericht.
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Er hat auch Jonathan Coulom getötet.
In einem Prozess in Frankreich ist der in Deutschland bereits wegen dreifachen Kindsmordes verurteilte sogenannte Maskenmann wegen eines weiteren Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht im westfranzösischen Nantes sprach den 55-jährigen deutschen Serientäter Martin N. wegen des Mordes an dem damals zehnjährigen Jonathan im April 2004 schuldig, wie die Zeitungen „Le Parisien”, „Le Figaro” und weitere französische Medien aus dem Gerichtssaal berichteten.

Jonathan wurde aus Schullandheim entführt

Jonathan wurde damals aus einem Schullandheim in Saint-Brevin-les-Pins in Westfrankreich entführt. Seine Leiche wurde wenige Wochen später unbekleidet in einem Teich rund 30 Kilometer entfernt entdeckt. Im Prozess hatte der aus Bremen stammende Angeklagte eine Beteiligung am Tod des französischen Jungen mehrfach klar von sich gewiesen. „Ich habe das nicht getan”, sagte er aus. Seine Verteidigung hatte auf Freispruch mangels konkreter Beweise plädiert, dass der Angeklagte sich überhaupt in Frankreich aufgehalten und die Tat begangen habe.

„Maskenmann” wegen drei Morden in Deutschland verurteilt 

In Deutschland hatte der „Maskenmann” während fast 20 Jahren kleine Jungen missbraucht und drei von ihnen im Alter von 8, 9 und 13 Jahren ermordet. Zwischen 1992 und 2001 schlich der Pädagoge sich in Norddeutschland nachts maskiert an die Betten Dutzender Opfer. Nach langer kriminalistischer Puzzlearbeit führte ein ehemaliges Opfer die Polizei schließlich auf die Spur des Mannes, der 2011 in Hamburg-Wilstorf festgenommen wurde. 2012 wurde er vom Landgericht Stade zu lebenslanger Haft verurteilt. Die meisten seiner Taten hatte er in seinem Prozess gestanden.

Der zehnjährige Jonathan Coulom verschwindet 2004 nachts aus einem Ferienlager in Frankreich. Wochen später wird seine Leiche entdeckt.
Der zehnjährige Jonathan Coulom verschwindet 2004 nachts aus einem Ferienlager in Frankreich. Wochen später wird seine Leiche entdeckt.
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Lange führte der Mann ein Doppelleben, ohne dass jemand Verdacht schöpfte. Tagsüber kümmerte er sich als Betreuer auf Ferienfreizeiten und in Heimen um seine Schützlinge. Nachts verwandelte er sich in den „Maskenmann” - so wurde er bekannt, weil er sein Gesicht bei den Verbrechen hinter einer dunklen Sturmhaube verbarg.

Lese-Tipp: Urteil gegen „Maskenmann”: Mordete er auch in Frankreich?

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Hinweis von Opfer führte zur Festnahme 

Den entscheidenden Hinweis gab schließlich eines der Missbrauchsopfer des Täters. Der Zeuge meldete sich nach einem erneuten Fahndungsaufruf 2011 bei der Polizei. Er erinnerte sich daran, dass ihn ein Betreuer bei einer Jugendfreizeit in auffälliger Weise über seine Wohnsituation ausgefragt hatte - einige Monate später war er 1995 von einem maskierten Mann missbraucht worden.

Der „Maskenmann” drang heimlich in Kinderzimmer ein und missbrauchte Jungen in Privathäusern, Zeltlagern und Schullandheimen.
Der „Maskenmann” drang heimlich in Kinderzimmer ein und missbrauchte Jungen in Privathäusern, Zeltlagern und Schullandheimen.
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Da der Fall des kleinen Jonathan Parallelen zur Tatserie in Norddeutschland aufwies, untersuchten die französischen Fahnder bereits seit 2008 auch, ob der Deutsche für die Tat in der Bretagne infrage kommen könnte. Konkrete Beweise wie DNA-Spuren etwa wurden aber nicht gefunden.

Ein Zeuge aber beobachtete abends einen Wagen mit deutschem Kennzeichen in der Nähe eines Teichs, der dort anscheinend etwas ausladen wollte, dann aber wegfuhr. Und 2017 berichtete ein Mitgefangener, Martin N. habe ihm gestanden, in Frankreich ein Kind getötet zu haben.

Verwendete Quelle: dpa