Trotz Strafe wieder im RathausUnglaublich! Bürgermeister mit Kokain-Vergangenheit triumphiert!

Im vergangenen Oktober erwischt die Polizei Thomas Pardeller vor einem Nachtklub in München mit Kokain. Der Bürgermeister von Neubiberg weigert sich, es herauszugeben, die Beamten überwältigen ihn. Nach einer Geldstrafe kandidiert er erneut - und gewinnt nun die Wahl.
Der Bürgermeister der Gemeinde Neubiberg nahe München hat trotz seiner Bestrafung wegen Kokainbesitzes das Rennen um den Ratshaussessel gemacht. Der CSU-Politiker Thomas Pardeller erzielte bei der Stichwahl nach Auszählung aller Stimmen 54,7 Prozent. Die Grünen-Politikerin Carola Grimminger, die auch von der ÖDP unterstützt wurde, unterlag mit 45,3 Prozent.
Im ersten Durchgang der Kommunalwahl hatte Pardeller mit 49,7 Prozent die Mehrheit nur knapp verfehlt. Grimminger erzielte 35,3 Prozent. Die Kandidierenden von SPD und FDP waren unter zehn Prozent gelandet.
Die Polizei hatte Pardeller Mitte Oktober vergangenen Jahres in München vor einer Disco mit Kokain erwischt. Weil er das Gefäß mit der Droge nicht habe hergeben wollen, hätten Polizisten den 37-Jährigen zu Boden gebracht, gefesselt und mit zu einer Dienststelle genommen, teilte damals die Polizei mit.
Pardeller akzeptierte einen Strafbefehl über 60 Tagessätze zu je 190 Euro, insgesamt 11.400 Euro. Er sprach selbst von einem „Riesenfehler“ und einer „Riesendummheit“. „Ich stehe zu meinem Fehler“, teilte Pardeller damals mit. „Ich bin der Justiz dankbar, dass das Verfahren geordnet und schnell zum Abschluss gebracht werden konnte.“ Sein CSU-Ortsverband stellte sich hinter ihn - betonte aber, man halte an der grundsätzlich restriktiven Drogenpolitik der Gesamtpartei fest.
Insgesamt fanden am Wochenende in 29 Landkreisen und in mehr als 250 Städten und Gemeinden Bayerns Stichwahlen um Landrats-, Oberbürgermeister- und Bürgermeister-Posten statt. In München gewann überraschend der Grünen-Kandidat Dominik Krause die Oberbürgermeisterwahl. Der bisherige SPD-Amtsinhaber Dieter Reiter räumte seine Niederlage ein. Damit bekommt die bayrische Landeshauptstadt zum ersten Mal in ihrer Geschichte einen grünen Oberbürgermeister. Seit 1948 war fast immer ein Sozialdemokrat Münchner Oberbürgermeister - mit Ausnahme der Jahre 1978 bis 1984, als CSU-Mann Erich Kiesl den Posten innehatte.
Verwendete Quellen: uzh/dpa


