Sorge wegen möglicher Massenflucht wächstFlucht vor dem Krieg – Deutschland ist wahrscheinlich Hauptziel von Iranern

Ein Mann steht neben zerstörten Autos an dem Ort, an dem israelische Luftangriffe Wohnungen getroffen haben. +++ dpa-Bildfunk +++
Ein Mann steht neben zerstörten Autos an dem Ort, an dem israelische Luftangriffe Wohnungen getroffen haben (Archivbild).
picture alliance/dpa/AP / Hussein Malla

Sollte es im Zuge des Kriegs im Nahen Osten zu Fluchtbewegungen kommen, dürfte Deutschland das Hauptzielland für Menschen aus dem Iran sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie. Zeitgleich wächst die Sorge wegen einer möglichen Massenflucht.

Studie: 28 Prozent geben Deutschland als wahrscheinliches Zielland an

Laut einer repräsentativen Umfrage vom Meinungsforschungsinstitut Gallup von 2024 gaben 28 Prozent der damals befragten Iranerinnen und Iraner Deutschland als wahrscheinlichstes Zielland an, gefolgt von Kanada mit 13 Prozent, der Türkei mit zehn Prozent, dem Vereinigten Königreich mit sechs Prozent und Frankreich mit sechs Prozent. Von 1007 befragten Iranerinnen und Iranern gaben 252 seinerzeit an, auswandern zu wollen.

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Migrationsmuster bauten in der Regel auf bestehenden Verbindungen zwischen Herkunfts- und Zielländern auf, sagt Christian Dustmann vom Forschungsinstitut Rockwool Foundation. „Dies unterstreicht die Bedeutung von Diaspora-Netzwerken, die die Kosten und Risiken von Migration verringern”, sagte der Professor für Wirtschaftswissenschaften am University College London und Mitautor der Studie.

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Fast ein Drittel der iranischen Geflüchteten lebt in Deutschland

Die Migrationsabsichten stimmen weitgehend mit den tatsächlichen Ansiedlungsmustern jüngerer Geflüchteter aus beiden Ländern überein, heißt es in der Studie der Rockwool Foundation. Demnach lebten bis Ende 2025 etwa 29 Prozent der iranischen Geflüchteten in Deutschland.

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Die geografische Verteilung der Migrationsabsichten spiegele stark die geografische Verteilung bestehender Flüchtlingsgemeinschaften wider, sagte auch Tommaso Frattini, stellvertretender Direktor des Zentrums für Migrationsforschung (CReAM) bei RF Berlin. „Das deutet darauf hin, dass Migration im Falle zunehmender Vertreibung in der aktuellen Krise wahrscheinlich den bereits bestehenden Migrationskorridoren folgen wird“, so der Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Mailand.

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Sorge bezüglich möglicher Massenflucht wächst

Angesichts des Iran-Krieges wächst in Deutschland die Sorge hinsichtlich einer möglichen Massenflucht aus der Region. Politiker aus Koalition und Opposition forderten, Deutschland und Europa müssten sich gegen eine mögliche Fluchtbewegung wappnen. Die Polizeibehörden warnten vor Gefahren für die innere Sicherheit und mahnten ein abgestimmtes Vorgehen an.

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Die USA und Israel hatten am 28. Februar gemeinsame Luftangriffe auf den Iran begonnen. Am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, und weitere Mitglieder der iranischen Führung bei US-israelischen Luftangriffen in Teheran getötet. Der Iran greift seitdem mit Raketen- und Drohnen Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion an. (anr)

Verwendete Quelle: AFP