Drama an historischer FestungMassenpanik in Festung auf Haiti: 30 Menschen verlieren ihr Leben

A drone view shows the Citadelle Laferriere, a fortress from the early 1800s commonly known as La Citadel in Milot, Haiti April 26, 2024. REUTERS/Ricardo Arduengo
Seit 1982 ist die haitianische Festungsanlage Zitadelle Laferrière Unesco-Weltkulturstätte.
REUTERS / Ricardo Arduengo

Die Zitadelle Laferrière ist ein beliebtes Ziel für Touristen auf der Karibikinsel Haiti. Während einer Veranstaltung für Studierende kommt es in der Festung zu einer Massenpanik. Dutzende werden verletzt, mindestens 30 Menschen sterben.

Bei einer Massenpanik an einem Ausflugsziel auf Haiti sind haitianischen Medienberichten zufolge mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Außergewöhnlich viele Besucherinnen und Besucher seien am Samstag an der Zitadelle Laferrière in der Gemeinde Milot im Norden des Landes zusammengekommen, berichtete die Tagezeitung „Le Nouvelliste“.

Die Regierung von Ministerpräsident Alix Didier Fils-Aimé habe mit tiefer Bestürzung von dem „tragischen Vorfall“ erfahren, hieß es in einer Mitteilung. „Ich spreche den Hinterbliebenen mein aufrichtiges Beileid aus und versichere ihnen meine tiefe Solidarität in dieser Zeit der Trauer und des großen Leids“, erklärte der Ministerpräsident.

Die Zahl der Todesopfer könne noch steigen, warnten die Behörden. Das Unglück habe sich während einer touristischen Veranstaltung ereignet, an der zahlreiche junge Menschen teilgenommen haben. Direkt am Eingang der Zitadelle La Ferrière kam es zu der Massenpanik, wie der regionale Zivilschutzleiter Jean Henri Petit mitteilte. Der Regen habe die Lage zudem verschärft. Zum Zeitpunkt der Panik sei die Anlage wegen einer alljährlichen Feier mit Studierenden und anderen Besucherinnen und Besuchern überfüllt gewesen. In den sozialen Medien kursieren Videos, die das Gedränge und Gerangel im Eingang der Festung zeigen. Teilweise werden Menschen vom Boden auf und wieder nach oben in die Menge gezogen.

Alle zuständigen Behörden seien mobilisiert und befänden sich in höchster Alarmbereitschaft, um den Betroffenen und ihren Angehörigen unverzüglich die notwendige Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen. Die Regierung rief die Bevölkerung während der Ermittlungen zu den Umständen des Vorfalls zur Ruhe auf.

Anfang des 19. Jahrhunderts ließ Henri Christophe, der spätere König von Nord-Haiti, die Festung von Zehntausenden ehemaligen Sklaven erbauen. Sie liegt auf dem Gipfel eines Berges, etwa acht Kilometer oberhalb der Stadt Milot. Die Zitadelle sollte Rückzugsort für das Militär des neu gegründeten ersten Kaiserreichs Haiti sein, um es vor einem möglichen französischen Einfall zu schützen - doch das passierte nie. Seit 1982 gehört die Zitadelle Laferrière zum Weltkulturerbe der Unesco. Die von ehemaligen Sklaven errichtete Festung gilt als Symbol des Freiheitskampfes gegen die französische Kolonialherrschaft.

Verwendete Quellen: rwe/dpa/rts