„Aus meinen Augen lief Blut“Nikita reist für günstige Lidstraffung nach Deutschland – dann beginnt der Albtraum

von Carolin Blatzheim, Marylin Müller und Denise Gatzweiler

Augen auf bei der Ärztewahl.
750 Euro, nur rund 30 Minuten Behandlung – und wenige Stunden später sitzt Nikita schon wieder im Flieger nach Großbritannien. Doch die vermeintlich unkomplizierte Oberlidstraffung entwickelt sich für die Influencerin zum Albtraum. Sie berichtet von Blut in den Augen, starken Beschwerden und davon, ihre Augen kaum schließen zu können. Was bei dem Eingriff schiefgelaufen ist und worauf Patienten selbst bei vermeintlich kleinen Schönheitsoperationen unbedingt achten sollten, erfahrt ihr im Video.

 Nikita erlebt Horror bei ihrer Lidstraffung

Es sind Bilder, die erst einmal erschrecken: Nikitas Augen sind stark geschwollen, rund um die Lider sind deutliche Spuren des Eingriffs zu sehen. Richtig sehen kann sie nach eigenen Angaben zunächst kaum. Dabei hatte sich die Britin von der Reise nach Deutschland eigentlich etwas ganz anderes versprochen.

750 Euro soll die Oberlidstraffung kosten. Nach Nikitas Schilderung dauert die Behandlung gerade einmal rund 30 Minuten. Danach macht sie sich schon bald wieder auf den Weg nach Großbritannien. Doch auf der Rückreise verschlechtert sich die Situation. „Ich bin durch den Flughafen gelaufen und aus meinen Augen lief Blut. Es kam hier aus den Nähten, lief ins Auge – und ich konnte nichts mehr sehen“, erzählt sie später auf TikTok. Dass sie so kurz nach dem Eingriff bereits fliegt, sei ihr zwar nicht empfohlen worden. Nikita sagt allerdings auch, dass sie sich nach der Behandlung nicht ausreichend betreut gefühlt habe.

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Schon während der OP habe sie gemerkt, dass etwas nicht stimme, berichtet Nikita im RTL-Interview. „Sie hat mir das Betäubungsmittel gespritzt, aber ich glaube, bei einem Auge hat es nicht gewirkt.“ Nach ihrer Darstellung wurde trotzdem weiteroperiert. Auch die Zeit danach läuft offenbar anders, als Nikita es erwartet hatte. Konkrete Informationen zur Nachsorge hätten ihr gefehlt, erzählt sie. Am Ende entfernt sie sogar ihre Fäden selbst. Etwas, wovon die plastische Chirurgin Dr. Britta Kühlmann klar abrät: Das sollte medizinisches Fachpersonal übernehmen.

Wie gefährlich ist eine Oberlidstraffung?

Dass Nikita von derart starken Beschwerden berichtet, überrascht auch deshalb, weil die Oberlidstraffung grundsätzlich als vergleichsweise risikoarmer Eingriff gilt. „Tatsächlich ist eine Oberlidstraffung mit die Operation, die am komplikationsärmsten sind“, erklärt Dr. Kühlmann. Häufig störe Patienten vor allem, „dass die Narbe für eine bis drei Wochen leicht rötlich ist“. Trotzdem ist und bleibt die Lidstraffung eine Operation. Und gerade weil der Eingriff häufig vergleichsweise klein erscheint, sollte man die möglichen Risiken nicht unterschätzen. Ein entscheidender Punkt ist, wie viel Haut am Oberlid entfernt wird. Denn nimmt der Operateur zu viel weg, kann der Lidschluss beeinträchtigt werden.

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Genau deshalb komme es auf Erfahrung und Qualifikation an, betont Dr. Kühlmann: „Bei einer Oberlidstraffung ist ganz wichtig als allererstes, dass man zu einem Facharzt geht, am besten einem Facharzt für plastische Chirurgie.“ Bei der Planung müsse genau geprüft werden, wie viel Haut entfernt werden könne, sodass der Patient anschließend weiterhin die Augen vollständig schließen kann.

Der Fall zeigt vor allem eines: Auch bei einem vermeintlich überschaubaren Beauty-Eingriff sollte die Entscheidung nicht allein von Preis und Schnelligkeit abhängen. Vor einer Operation sollten Patienten deshalb klären, welche Qualifikation der behandelnde Arzt besitzt, welche Risiken bestehen und wie die Betreuung nach dem Eingriff organisiert ist. Gibt es Kontrolltermine? Wer ist bei Problemen erreichbar? Und wer übernimmt die weitere Behandlung, wenn man direkt nach der OP wieder nach Hause reist? Ein ausführliches Beratungsgespräch und eine verlässliche Nachsorge gehören genauso zur Behandlung wie die Operation selbst.

Verwendete Quellen: RTL