Eine Gurke für fünf EuroDonald Trump und seine wilden Grönland-Pläne – wie tickt dieses Land?
Sie leben in großer Sorge!
US-Präsident Donald Trump (79) will Grönland! Daran gibt es keine Zweifel. Aber was wollen eigentlich die Menschen auf der größten Insel der Welt? Wir haben uns in der Hauptstadt Nuuk mal im Detail umgesehen.
RTL-Reporter auf Grönland – sein Hotel wird zu Stützpunkt!
Mitten in der kleinen Hauptstadt, umgeben von grauen Wohnblöcken, Büros und einem Blick hinunter auf den Fjord, hat sich unser Hotel in diesen Tagen in eine Art internationaler Stützpunkt verwandelt. In der Lobby sitzen Kamerateams aus Europa, Asien, Afrika und Amerika; man hört Englisch, Dänisch, Deutsch, Französisch, die Liftanzeige klingelt im Dauerbetrieb – und draußen knirscht bei jedem Schritt der Schnee.

Es ist früher Morgen, doch hell wird es erst am späten Vormittag, und kaum ist das Tageslicht da, beginnt auch schon wieder der Kampf gegen die frühe Dämmerung am Nachmittag. Der Wind schneidet durch die dicke Jacke, bei rund minus fünf Grad fühlt sich jeder Gang wie bei minus fünfzehn an, dicke Wolken ziehen über Nuuk, immer wieder ziehen Schneeschauer durch die Stadt, während Möwen über den Hafen kreischen.

Donald Trump ist kaum (noch) ein Thema auf Grönland
Nuuk wirkt mit seinen rund 20.000 Einwohnern wie ein überschaubares Dorf und gleichzeitig wie das wirtschaftliche Herz Grönlands. Im Supermarkt stapeln sich Fleisch- und Fischpakete in den Kühlregalen, daneben importiertes Gemüse und Obst – es gibt fast alles, was es in Deutschland auch gibt, nur kostet eine einzelne Gurke hier fast fünf Euro, und für drei Cola Zero und eine Tafel Schokolade habe ich etwas mehr als zehn Euro bezahlt.
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In den Cafés und Bars fällt auf, wie wenig hier über Trump gesprochen wird, obwohl seine Pläne, sich Grönland einzuverleiben, seit Monaten weltweit Schlagzeilen machen. Aber das hat einen einfachen Grund: Viele hier sind müde von diesem Thema. Sie haben fast ein Jahr damit gelebt, fühlen sich von der plötzlichen Aufmerksamkeit überrollt und hatten ihr Leben bisher lieber in Ruhe, weit weg von der großen Weltpolitik – mit einem starken Bewusstsein für Selbstbestimmung und einer klaren Ablehnung fremder Kontrolle. Doch heute ist das anders.
Im Video: Donald Trump droht Grönland mit gewaltsamer Übernahme
Macht Donald Trump seine Drohungen wahr?
Viele sorgen sich um den Zusammenhalt der NATO, falls Trump seine Drohungen gegenüber Verbündeten wahr macht, und sie betonen immer wieder, dass dies ihre Heimat ist, der Ort, an dem sie aufgewachsen sind und Familien gegründet haben. Die Frage, warum sie „ihre“ Insel einfach abgeben sollten, nur weil eine einzelne Person es fordert, empfinden viele als absurd – und gleichzeitig sind sie erschöpft davon, dass die Welt in diesen Tagen ununterbrochen genau diese Frage an sie richtet.
Grönland zeigt sich dir in diesen Tagen als Mischung aus arktischer Härte und überwältigender Schönheit: eisige Luft, dickes Eis unter jedem Schritt, verschneite Fjörde – wirklich atemberaubend. Und doch entsteht gerade der paradoxe Eindruck, dass dieser scheinbar abgelegene Ort – weit weg von Berlin, Washington oder Kopenhagen – mitten hinein ins weltpolitische Geschehen gerückt ist, während die Menschen hier eigentlich Ihre Zukunft in der Ruhe und Gelassenheit haben möchten, die sie bis vor ein paar Monaten noch hatten.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche


