War es eine Geiselnahme in Sinzig?Polizei befreit zwei Menschen unverletzt aus der Volksbank
Großalarm in Sinzig (Rheinland-Pfalz)!
In einer Filiale der Volksbank haben laut Polizei mehrere Täter Geiseln genommen. Die Einsatzkräfte sind mit einem Großaufgebot im Kreis Ahrweiler vor Ort. Nach RTL-Informationen sind inzwischen alle Menschen in der Bank befreit. Die Fahndung nach den Tätern läuft noch. Aber war es wirklich eine Geiselnahme?
Einsatzkräfte finden zwei eingeschlossene Menschen in der Bank
„Vor einigen Minuten haben Kräfte der Spezialeinsatzkommandos die Bank betreten und konnten anwesende zwei Personen feststellen, die in dem Raum eingeschlossen waren”, teilte ein Polizeisprecher mit „Weitere Personen konnten in dem Objekt nicht festgestellt werden.” Die Polizei gehe davon aus, dass die Täter die Bank nach der Tat verlassen haben und auf der Flucht sind. Eine Gefahr für die Bevölkerung gebe es „eher” nicht, so der Sprecher.

Bei den beiden Menschen in der Bank soll es sich wohl um die Opfer handeln. Sie seien „unter dem Eindruck des Geschehens” und hätten keinen Kontakt zu den Tätern gehabt. Ob bei dem Überfall etwas erbeutet wurde, kann die Polizei noch nicht sagen. Die Spurensicherung läuft aktuell noch, darum bleibt der Bereich vorerst weiter abgesperrt.
„Wir sind über den Tag von einer Geiselnahme ausgegangen”, sagte ein Polizeisprecher. Ob die Tat mit den aktuellen Erkenntnissen weiterhin so bezeichnet werden könne, müsse geklärt werden. Ein Tatbestand sei Freiheitsberaubung. Ob auch Raub dazuzähle, gab der Sprecher nicht an.
Tat in Volksbank Sinzig begann gegen 9 Uhr
Bei der möglichen Geiselnahme in einer Volksbankfiliale im rheinland-pfälzischen Sinzig ging die Polizei von mehreren Tätern und Geiseln aus. Bei einer Geisel soll es sich um den Fahrer eines Geldtransporters gehandelt haben, teilte die Polizei mit. Laut Polizei befanden sich keine Kunden in der Bank. Es gibt bisher auch keine Meldungen über Verletzte.

Nach ersten Informationen begann alles, als am Freitagmorgen ein Geldtransporter vor die Bank fuhr. Laut einer Bankmitarbeiterin habe ein Unbekannter einen Mitarbeiter der Geldtransportfirma als Geisel genommen und sei mit ihm in die Bank gegangen. Was dann genau passiert, ist bisher unklar.
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Rettungskräfte bereiten sich auf den Ernstfall vor
Im Pfarrheim St. Peter wurde eine Rettungsstation aufgebaut, wie eine dpa-Reporterin vor Ort berichtete. Es wurden rollbare Liegen vorbereitet. Vor dem improvisierten Lager stehen Autos des Katastrophenschutzes Ahrweiler und des DRK. Einsatzkräfte bereiteten sich auf den Ernstfall vor. Einem Sprecher zufolge handelte es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme.

Der Kreis Ahrweiler hat außerdem eine Betreuungsstelle für betroffene Anwohner der Volksbank eingerichtet. Menschen, die im Absperrbereich in der Innenstadt leben und momentan nicht in ihre Wohnung zurückkönnen, können sich in der Mensa der Barbarossaschule aufhalten, teilte Kreis mit.
Sparkasse Sinzig schließt aus Sicherheitsgründen
Die Sparkasse in Sinzig ist von der Geiselnahme nicht betroffen. Dennoch schließt die Bank ihre Filiale. Die Sparkasse teilte mir: „Aufgrund der aktuellen Geschehnisse in der Sinziger Innenstadt müssen wir aus Sicherheitsgründen für unsere Mitarbeiter und Kunden unser Beratungs-Center in Sinzig für den heutigen Tag schließen. Die umliegenden Geschäftsstellen in Bad Breisig und Bad Bodendorf stehen zur Erledigung von Bankgeschäften zur Verfügung.”
Aus einiger Entfernung von der Bankfiliale machen sich Menschen aus dem Ort ein Bild von der Lage. „Ich wollte einkaufen gehen, da war direkt alles abgesperrt”, sagt ein 84 Jahre alter Mann der dpa. Er wohnt in der Nähe und sei besorgt gewesen, weil seine Tochter häufig die Bank besucht. „Da war ich etwas unruhig.” Zum Glück sei alles in Ordnung.

Anwohner in Sinzig machen sich Sorgen
Unweit davon steht ein 26 Jahre alter Mann. Er betreibt ein Café, das nun geschlossen sei. „Ein Polizist kam und sagte: Innerhalb von fünf Minuten komplett räumen”, erzählt er. „Ich hätte nie gedacht, dass so etwas in Sinzig passiert.” Sein Laden wird wohl geschlossen bleiben müssen. „Ich habe eigentlich bis 17.00 Uhr auf. Da kann man nix machen.”
Ähnlich geht es einem Mann, der einen Friseurladen betreibt. „Auf einmal war Totenstille und Polizei überall. Da wusste man, das ist kein normaler Tag”, erzählt der 34-Jährige. Eine Kundin habe angerufen und ihren Termin für den Nachmittag abgesagt. „Es sei ihr zu unsicher. Kann man verstehen, die Angst. Keiner weiß, was passiert.” Er selbst habe gemischte Gefühle. In der nahen Kita St. Peter wurden Kinder teils früher abgeholt. Eine Frau sagte, sie komme für ihre Enkeltochter - heute sei ja „Rambazamba” in der Stadt.
Verwendete Quelle: dpa/AFP/ RTL/Reuters


