Vermieter klagen über FunkstilleGaleria in Bedrängnis – Miete für April nicht bezahlt?

Immer noch sind Tausende Menschen bei Galeria angestellt, die Warenhäuser bilden das Zentrum vieler Innenstädte. Aber der Einzelhändler hat offenbar Zahlungsprobleme. Dies zumindest legen Beschwerden seiner Vermieter nahe.
Die Warenhauskette Galeria hat offenbar Probleme, ihre Mieten zu zahlen. Laut einem Bericht der „Immobilien Zeitung“ beklagen mehrere Vermieter, dass Mietzahlungen für April nicht eingegangen sind. In einigen Fällen soll Galeria auch um eine Stundung gebeten haben.
Betroffen ist unter anderem die Filiale am Berliner Alexanderplatz. Die Immobilie gehört der Commerz Real. Die April-Miete sei bislang nicht gezahlt worden, sagte ein Unternehmenssprecher. „Wir beobachten das mit Sorge. Bisherige Kontaktversuche sind ins Leere gelaufen. Es ist niemand erreichbar, sodass wir uns fragen, wie es jetzt weitergeht“, sagte er.
Fällt die Miete weiter aus, müsse man einen Alternativmieter suchen. Namhafte Einzelhändler zeigten Interesse, so der Sprecher weiter. Man versuche jedoch weiterhin auf allen Kanälen, mit Galeria ins Gespräch zu kommen. Beide Seiten hatten sich erst im Februar auf eine Verlängerung der Nutzungsvereinbarung bis Ende März 2027 verständigt. Darin sind auch die Mietkonditionen geregelt.
Ein weiteres Unternehmen bestätigte derweil, die Miete für April sei bislang nicht pünktlich und vollständig eingegangen. Galeria teilte auf Nachfrage mit: „Wir bitten um Verständnis, dass wir Fragen zu internen Vertragsdetails sowie zu laufenden Gesprächen und Verhandlungen nicht kommentieren.“
Im März war bekannt geworden, dass bei Galeria neue Filialschließungen drohen. Der Einzelhändler teilte vor Wochen mit: Die Mietverträge von acht Standorten sollen neu verhandelt werden. „Sollte es nicht gelingen, eine für beide Seiten tragfähige Lösung zu erreichen, die allen Parteien eine langfristige Zukunft eröffnet, besteht auch die Möglichkeit von Schließungen.“
Betroffen sind Filialen in München (Rotkreuzplatz), Berlin (Kurfürstendamm, Hermannplatz), Köln (Hohe Straße, Breite Straße), Mannheim, Braunschweig und Aschaffenburg. Galeria begründete den Schritt mit der angespannten Lage im Innenstadt-Einzelhandel.
Galeria betreibt 83 Warenhäuser in Deutschland und beschäftigt rund 12.000 Menschen. Anfang 2024 hatte die Kette erneut Insolvenz anmelden müssen. Gründe waren die finanzielle Schieflage des Mutterkonzerns Signa sowie hohe Mietkosten. Im Sommer 2024 wurden neun Häuser geschlossen. Seitdem gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma von Unternehmer Bernd Beetz.
Verwendete Quellen: lwe/dpa


