Höhere Rente für eure Zukunft?Jedes Kind soll bald 10 Euro vom Staat bekommen!
![06.05.2026, Sportforum, Berlin, DEU, DFL, 2. FBL Hertha Berlin, Training, im Bild Zuschauer [spectators], Besucher, Fans [supporters], Kinder, Regenschirme DFL - regulations prohibit any use of Photographs as image sequences and/or quasi-video Foto: Juergen Engler / nordphoto GmbH](https://www.rtl.de/img/31349542/1790357155/c16_9/1920/06052026-sportforum-berlin-deu-dfl-2-fbl-hertha-berlin-training-im-bild-zuschauer-spectators-besucher-fans-supporters-kinder-regenschirme-dfl-regulations-prohibit-any-use-of-photographs-as-image-sequences-andor-quasi-video-foto-juergen-engler-nordphoto-gmbh.webp)
Schwarz-Rot will die Altersvorsorge bereits im Kindesalter beginnen lassen und den Menschen dazu unter die Arme greifen. Mittel der Wahl ist die Frühstart-Rente. Durch freiwillige Aufstockung und Zinseffekte soll so eine beachtliche Summe zusammenkommen können. Selbst dann, wenn Eltern sich nicht kümmern.
Mit einer neuen staatlichen Förderung will die Bundesregierung die private Altersvorsorge künftig schon im Kindesalter beginnen lassen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil brachte sein Gesetz zur sogenannten Frühstartrente in den Bundestag ein: Es sieht vor, dass der Bund künftig für Kinder und Jugendliche pro Monat zehn Euro in ein individuelles Depot einzahlt - in der Erwartung, dass dann durch die Effekte von Zins und Zinseszins bis zum Rentenantritt eine erkleckliche Summe zusammenkommt. Für das Konzept zum Vermögensaufbau mit staatlicher Hilfe kam grundsätzliche Unterstützung auch aus Teilen der Opposition - verbunden allerdings Kritik an der Ausgestaltung.
Die AfD etwa hält die Summen für zu gering und fordert 100 statt 10 Euro Einzahlung im Monat und das ab Geburt - aber nur für „deutsche Kinder mit tatsächlichem Daueraufenthalt in Deutschland“, wie die AfD-Abgeordnete Iris Nieland sagte. Die Linke hat grundsätzliche Bedenken, dass staatliches Geld direkt in private Verträge fließe. „Eine halbe Million Neuabschlüsse pro Jahr, diese Frühstartrente ist kein Vorsorgeprogramm, das ist private Kundenakquise auf Staatskosten“, sagte die Abgeordnete Lisa Schubert.
Das Gesetz wird nun im Parlament weiter beraten. Die Frühstartrente ist gedacht als eine Art Startkapital für die Altersvorsorge. Der staatliche Zuschuss soll automatisch an alle Kinder ab Jahrgang 2020 ausgezahlt werden. Ab 2027 kommt jährlich der Jahrgang der dann Sechsjährigen hinzu. Für frühere Geburtsjahrgänge der unter 18-Jährigen können ebenfalls Verträge geschlossen werden, jedoch ohne staatliche Zuwendungen. Ab der Volljährigkeit kann das Altersvorsorgedepot eigenständig weiter bespart werden. Eltern oder Großeltern sollen das Depot durch freiwillige Zahlungen aufstocken können. Ausgezahlt wird das geförderte Kapital grundsätzlich erst ab Vollendung des 65. Lebensjahres.
„Es ist noch heute so, dass viel zu häufig der Geldbeutel der Eltern darüber entscheidet, welche Zukunft Kinder in unserem Land haben“, sagte Klingbeil. „Das brechen wir ein Stück weit mit der Frühstartrente auf.“ Zugleich wolle man die finanzielle Bildung stärken, so dass sich junge Menschen früh mit Kapitalmärkten auseinandersetzten. Die Regierung werde dazu in der zweiten Jahreshälfte eine Finanzbildungsstrategie vorlegen, kündigte Klingbeil an.
Der Vizekanzler rechnete vor, dass alleine aus der staatlichen Förderung bis zum Renteneintritt ein Beitrag von 53.000 Euro entstehen könne. Gäben Eltern oder die Großeltern jeden Monat 20 Euro dazu, „dann wird es nach unseren Schätzungen bis zum Renteneintritt eine Summe von 160.000 Euro sein“. Die AfD bezweifelte hingegen, dass genug Geld zusammen kommt. Die Kosten für die Förderung werden für 2027 mit 198 Millionen Euro angegeben. Bis 2030 sollen die Kosten auf 411 Millionen Euro steigen.
Dem Gesetzentwurf zufolge soll die staatliche Förderung automatisch über den Anbieter des Vorsorgedepots beantragt werden. Eröffnen Eltern kein eigenes Vorsorgedepot für ihr Kind, soll die Förderung nicht verfallen. Stattdessen fließt das Geld in ein neu geschaffenes Sondervermögen des Bundes, das von der Bundesbank verwaltet und breit gestreut am Kapitalmarkt investiert werden soll. Bis spätestens zum 25. Lebensjahr können Betroffene das angesparte Vermögen in einen eigenen zertifizierten Altersvorsorgevertrag übertragen. „Wenn ein Kind durchs Raster fällt, weil die Eltern sich nicht kümmern, dann springt der Staat über die Deutsche Bundesbank ein“, sagte Klingbeil.
Nach der ersten Beratung überwies der Bundestag den Gesetzentwurf zur weiteren Bearbeitung in die Ausschüsse. In einigen Wochen dürfte er endgültig verabschiedet werden.
Verwendete Quellen: jwu/dpa/AFP


