US-Präsident findet Beiträge „lächerlich“Trump setzt Deutschland vor Nato-Gipfel unter Druck

President Donald Trump speaks with reporters before boarding the new Air Force One, Wednesday, July 1, 2026, at Joint Base Andrews, Md. (AP Photo/Julia Demaree Nikhinson)
Zahlen oder Quellen für seine Kritik nennt Trump nicht.
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Ein Blitzbesuch von Nato-Generalsekretär Rutte im Weißen Haus hat wenig geändert, Trumps Sicht auf die europäischen Verbündeten und besonders Deutschland bleibt giftig. Wenige Tage vor dem Gipfel in Ankara nennt der US-Präsident Berlins Verteidigungsausgaben „lächerlich“.

Kurz vor dem Nato-Gipfel in Ankara teilt US-Präsident Donald Trump erneut gegen Deutschland und andere Verbündete aus. Er bezeichnete deren Beiträge für das Verteidigungsbündnis in einem Post auf der Plattform Truth Social als „lächerlich“. Damit baut Trump Druck auf die Nato-Alliierten vor dem Gipfel auf, der am 7. und 8. Juli in der Türkei abgehalten wird.

Trump listete in seinem Post mehrere Länder, darunter Großbritannien und Italien, sowie Finanzzahlen auf. Diese ähneln einem Nato-Bericht für das Jahr 2025 zu Verteidigungsausgaben, Trump nannte aber keine genaue Quelle.

Zu Deutschland machte er keine konkreten Angaben, schrieb aber, dass dessen Beiträge angeblich deutlich niedriger seien. Wie Trump zu dieser Annahme kommt, blieb unklar. Denn wie aus dem Nato-Jahresbericht hervorgeht, lag Deutschland 2025 bei den Verteidigungsausgaben an Position zwei. Deutschland steigerte seine Ausgaben nach den inflationsbereinigten Vergleichszahlen gegenüber 2024 um mehr als 20 Prozent auf 88,8 Milliarden Euro, das entsprach 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Insgesamt erhöhten Deutschland und die anderen Nato-Partner der USA ihre Verteidigungsausgaben 2025 um eine Rekordsumme. Die Ausgaben der europäischen Alliierten und Kanadas stiegen um 19,6 Prozent auf 574 Milliarden US-Dollar.

Dem US-Präsidenten ist es schon länger ein Dorn im Auge, dass die USA traditionell die höchsten Verteidigungsausgaben leisten, die der Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses zugutekommen. Die Kluft wird aber kleiner. Auf dem Nato-Gipfel in Den Haag hatte sich das Bündnis auf Drängen Trumps dazu verpflichtet, die Verteidigungsausgaben in beispielloser Weise anzuheben. Die Alliierten legten sich auf das Ziel fest, spätestens ab 2035 jährlich fünf Prozent des BIP in Verteidigung und Sicherheit zu investieren - so viel wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. Hinzu kommt, dass die Nato-Zahlen alle Verteidigungsausgaben eines Landes umfassen. Es geht also nicht etwa nur um Truppen, die für Nato-Planungen vorgehalten werden.

Trump schrieb in seinem Post, dass die Vereinigten Staaten mit Abstand mehr Geld für die Nato ausgäben als jedes andere Land, um das Bündnis zu schützen, „ohne selbst einen Nutzen daraus zu ziehen“. Ohnehin war der US-Präsident zuletzt schlecht auf europäische Nato-Länder inklusive Deutschland zu sprechen, weil er Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormus im Iran-Krieg angefordert hatte, die aber ausgeblieben war. Trump hatte Verbündete als „Feiglinge“ bezeichnet.

Zuletzt hatte Nato-Generalsekretär Mark Rutte bei einem Besuch im Weißen Haus versucht, Trumps Sicht auf die Nato-Zahlungen zu verändern. Als der US-Präsident auch bei diesem Termin vor knapp zehn Tagen seine Frustration über eine unzureichende Finanzierung des Bündnisses bekräftigte, nahm Rutte explizit Deutschland in Schutz. Er verwies auf die Pläne der Bundesregierung, ihre Verteidigungsausgaben zwischen 2021 und 2029 zu verdoppeln, um den Forderungen nach einer massiven Erhöhung der Rüstungsbudgets nachzukommen. Besondere Kritik übte Trump nicht nur an Deutschland, sondern auch an Großbritannien, Italien und Spanien, während er Polen lobte.

Verwendete Quellen: mau/dpa/rts