Falsche Rituale für dutzende ToteSchock-Geständnis! Bestatter betrog mit falscher Asche

Bei Bestattungen sind Pietät und Empathie unabdingbar. Ein Bestatter in Großbritannien ließ es an beidem vermissen. In zahlreichen Fällen übergibt er Angehörigen von Verstorbenen nicht die echte Asche. Bei einer Durchsuchung 2024 wird die Polizei stutzig.
Er äscherte Leichen nicht ein oder übergab Angehörigen von Verstorbenen die falsche Asche: Im ostenglischen Hull hat sich ein Bestattungsunternehmer schuldig bekannt, in dutzenden Fällen keine ordnungsgemäße Bestattung vorgenommen zu haben. Ein Motiv nannte er nicht. Dem 48-Jährigen droht eine Haftstrafe.
Der Angeklagte räumte vor Gericht in Anwesenheit zahlreicher Angehöriger von Verstorbenen 30 Fälle einer nicht vorschriftsgemäßen Bestattung ein. Im Oktober hatte er in diesen Fällen bereits Betrug eingeräumt und sich außerdem in weiteren Fällen schuldig bekannt.
Der Mann hatte Angehörigen unter anderem mitgeteilt, Leichname seien eingeäschert worden, obwohl sie sich noch im Bestattungsinstitut befanden. Außerdem gab er zu, er habe in vier Fällen Frauen nach einer Fehlgeburt Asche überreicht, die nicht wie von ihm behauptet von den ungeborenen Kindern stammte.
Die Polizei hatte das Bestattungsunternehmen nach eigenen Angaben im März 2024 durchsucht. Sie fand dort 35 Leichen und 100 Urnen mit Asche - wohingegen sich dort offiziell nur vier Leichen hätten befinden dürfen. Einige Leichname seien „deutlich länger dort gewesen als nötig“. Eine Leiche befand sich dort seit einem Jahr. Die Polizei erklärte, die monatelangen Ermittlungen seien „unglaublich herzzerreißend und komplex“ gewesen.
Karen Dry, deren Eltern durch das Unternehmen bestattet worden waren, bezeichnete den Bestattungsunternehmer als „Monster“ und sein Verhalten als „herzzerreißend“, wie die Nachrichtenagentur Press Association meldete. Kriminalkommissar Alan Curtis sagte, was die Angehörigen der Verstorbenen durchgemacht hätten, sei „schlicht unvorstellbar“.
Das Strafmaß soll am 27. Juli verkündet werden. Bis dahin wurde der Mann auf Kaution freigelassen. Richter Nicholas Hilliard sagte, dass eine Haftstrafe „unvermeidlich“ sei.
Verwendete Quellen: als/AFP


