Auch St. Petersburg betroffenRussland geht der Sprit aus! Drohnen-Angriffe bis Moskau

Cars line up at a Lukoil gas station in Moscow, Monday, June 29, 2026. (AP Photo/Pavel Bednyakov)
Tanken wird auch in Moskau zur Geduldsprobe.
AP Photo/Pavel Bednyakov

Ukrainische Drohnen treffen das Rückgrat der russischen Treibstoffversorgung: die Raffinerien. In weiten Teilen des Landes wird das Benzin knapp, die Preise steigen. Selbst Moskau bleibt davon nicht verschont.

Die ukrainischen Angriffe auf Russlands Raffinerien entfalten zunehmend Wirkung: Selbst in Moskau und St. Petersburg wird Benzin knapp. Ukrainische Drohnen treffen Energieanlagen selbst in den Millionenstädten und dringen bis zum Ural tief nach Russland vor.

Kiew will mit den Attacken die Treibstoffversorgung der russischen Armee stören und die Einnahmen aus dem Energiegeschäft verringern, die für den Kreml wichtig zur Finanzierung seines Angriffskriegs sind. Manche Anlagen fallen nach Treffern teils für Wochen oder sogar Monate aus. Brancheninsidern zufolge lag die tägliche Benzinproduktion zuletzt rund ein Viertel unter dem Vorjahresniveau.

Zunächst machte sich die Kraftstoffknappheit auf der annektierten Krim bemerkbar. Anschließend breitete sie sich auf benachbarte Gebiete im Süden Russlands aus, erreichte Moskau und hat mittlerweile sogar Sibirien erfasst.

In weiten Teilen des Landes ist Benzin rationiert, Autofahrer in fast ganz Russland stehen vielerorts Schlange. Nur noch in Moskau und einer Handvoll überwiegend abgelegener Regionen gibt es keine offiziellen Beschränkungen. Doch auch dort sind einige Tankstellen geschlossen.

Während die Preise an den Tankstellen der staatlichen Ölkonzerne in Moskau nach Angaben des Moskauer Kraftstoffverbands weitgehend stabil geblieben sind, verlangen einige private Tankstellen laut Reuters inzwischen mehr als zehn Prozent höhere Preise. Auf der annektierten Krim wurde der Notstand ausgerufen; Privatpersonen erhalten dort kein Benzin mehr.

Präsident Wladimir Putin gab die Versorgungsprobleme öffentlich zu und berief eine Krisensitzung ein. Nach Informationen der Zeitung „Wedomosti“ prüft der Kreml inzwischen sogar den Import von Benzin. Die Regierung erwägt zudem ein Exportverbot für Diesel, um die Versorgung im Inland zu sichern.

Zusätzlichen Druck erzeugt der Ausfall der wichtigsten Raffinerie für die Hauptstadtregion. Die Anlage am südlichen Stadtrand Moskaus wurde in den vergangenen Wochen zweimal von ukrainischen Drohnen getroffen und musste den Betrieb einstellen. Die Reparatur werde mindestens ein halbes Jahr dauern, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Damit dürfte es für den Kreml noch schwieriger werden, den akuten Spritmangel zu beenden.

Verwendete Quellen: jga/rts