Autofahrer wollte an Unfallstelle einfach weiterdrängeln „Auto als Waffe benutzt“ – jetzt spricht der angefahrene Hubschrauber-Pilot

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Auf einer Bundesstraße in Hessen hat ein Autofahrer absichtlich den Piloten eines Rettungshubschraubers angefahren.
Facebook / Feuerwehr Schotten

Wie dreist kann man sein?
„Dass ich vorsätzlich angefahren wurde, ist mir das erste Mal passiert“, schreibt Hubschrauber-Pilot Andreas Hennig in einem Post bei Instagram. Am 8. März verunglückt ein Motorradfahrer (29) auf der Bundesstraße 276 bei Schotten in Hessen schwer. Hennig wird mit seinem Rettungshubschrauber zum Einsatz gerufen. Dann eskaliert die Situation an der Unfallstelle plötzlich.

Pilot stellt sich dreistem Autofahrer in den Weg

„Wir stehen hier bei einem schweren Verkehrsunfall“, erzählt der Pilot in einem Video bei Instagram fassungslos. „Da steht ein Feuerwehrauto quer und wir kämpfen gerade um ein Menschenleben.“ Trotzdem hat ein Autofahrer es offenbar so eilig, dass er sich an der Absperrung vorbeidrängeln will. Die Einsatzkräfte hätten ihm erklärt, dass die Unfallstelle nicht passierbar ist. Das scheint den Mann aber nicht zu interessieren.

Hennig berichtet, dass der Autofahrer an dem querstehenden Feuerwehrauto vorbei in den abgesperrten Bereich gefahren sei. Er habe sich dem Auto dann in den Weg gestellt und den Fahrer angewiesen, zurückzufahren. „Er hat nicht verstanden, dass er nicht hier durch darf“, sagt der Pilot fassungslos.

Autofahrer gibt einfach Gas an der Unfallstelle

Statt sich zu entschuldigen und zurückzusetzen, habe der Autofahrer plötzlich aufs Gas gedrückt, berichtet Hennig. „Er konnte mich sehen, ich stand direkt vor seinem Auto.“ Das war vorsätzlich, ist sich der Pilot sicher. „Der 60-70 Jährige hat sein Auto als Waffe benutzt und wollte so noch mal seinem Frust Luft machen“, schreibt er in dem Post.

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Der Autofahrer wollte unbedingt durch die abgesperrte Unfallstelle auf der Bundesstraße in Schotten fahren.
Facebook / Feuerwehr Schotten

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Damit habe der Autofahrer nicht nur den Piloten in Gefahr gebracht, erklärt Hennig. „Wenn der einzige Helipilot vor Ort nicht mehr fliegen kann, könnte das auch Nachteile für die Versorgung des Patienten haben.“ Hennig kommt bei der Auto-Attacke zum Glück mit dem Schrecken davon.

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Polizei sucht jetzt nach dem dreisten Autofahrer

Der Autofahrer soll dann gewendet haben und einfach weggefahren sein. Die Polizei ermittelt nun wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, sowie der Nötigung im Straßenverkehr. Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Der Pilot hat für so ein Verhalten im Straßenverkehr kein Verständnis und erklärt: „Ich liebe meinen Job und auch solche Menschen werden sicher irgendwann mal Hilfe von uns oder dem Rettungsdienst benötigen.“

Verwendete Quellen: helifliegen.fi/Instagram, Feuerwehr Schotten