Welche lässt am besten wachsen? Fünf Blumenerden im Test – das Ergebnis überrascht sogar den Profi!
Wie grünt’s und blüht’s am besten?
Blumenerde gibt es in zig Preisklassen, im Supermarkt oder beim Fachhandel. Aber wo liegen die Unterschiede, und mit welcher Sorte gedeihen Blumen und Gemüse am besten? Wir machen den Test und bepflanzen schon vor Saisonstart Blumenkästen mit sechs unterschiedlichen Erden. Kleiner Spoiler: Das Ergebnis haut sogar den Experten um.
Was tun, damit alles sprießt?
Von der günstigen Eigenmarke bis zur teuren Bio-Variante – die Auswahl an verschiedenen Blumenerden ist riesig. Was für alle Produkte im Heimgebrauch gilt: Die Erde sollte viel Luft speichern können, weil in Töpfen der Wurzelbereich generell reduziert wird. Für unseren Test pflanzen Reporterin Sonja Bouzouf und Gartenmeister René Wadas Hornveilchen in fünf unterschiedliche Erden ein und warten acht Wochen ab, ohne dass die Pflanzen anderweitig gedüngt werden. Gleiches gilt für Feldsalat, der ausgesät wird und als Dunkelkeimer mit Erde bedeckt gedeihen soll. Dafür kommt ein Sieb zum Einsatz, das die groben Bestandteile aus der Erde entfernt – je feiner, desto besser.
Der Experte empfiehlt, auf Erde ohne Torf zu setzen – für den Abbau von Torf würden Moore zerstört werden, und die seien wiederum ein wichtiger Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere.
Die Blumenerden im Test
Testsieger: Bio-Universalerde von Rewe, zehn Liter für circa zwei Euro*
Kokosfaser-Blumenerde von Terra Discount, etwa neun Liter für circa drei Euro*
Bio-Schwarzerde von Sonnenerde, zehn Liter für circa 15 Euro – aktuell nicht verfügbar
Lese-Tipp: Trick für zuhause: So wachsen eure Pflanzen-Lieblinge ganz ohne Erde
Testsieger: Bio-Universalerde von Rewe
Der erste Eindruck überzeugt: Die torffreie Rewe-Erde riecht frisch und fällt auseinander, wenn man sie vorab mit den Händen zusammendrückt. „Das ist ein Super-Zeichen: Sie ist strukturstabil, denn unsere Pflanzen brauchen viel Luft an der Wurzel und diese Erde verdichtet nicht”, erklärt Experte René Wadas.
Wie das Ergebnis nach acht Wochen aussieht? „Alles in Ordnung. Hier ist noch Luft, sie kann noch ,wurzeln’ und sie fühlt sich hier noch richtig gut”, urteilt Wadas beim Veilchen-Check. Und auch bei der Feldsalat-Gewichts-Kontrolle kann die Rewe-Erde überzeugen: Mit 20 Gramm wiegen wir hier die schwerste Menge bei allen Töpfen im Testfeld.
Was kann die Erde von Compo Sana?
Die Test-Erde von Compo Sana ist mit einem Preis von circa acht Euro für zehn Liter deutlich teurer als die Rewe-Eigenmarke. Die Erde fühlt sich sehr feucht an. Unser Experte erklärt den Vorteil: „Sie ist strukturstabil, hat einen hohen Luftanteil, die Wurzeln können sich gut ausbreiten.” Der Nachteil: „Die Struktur ist mir einfach zu grob”. Ob das einen Unterschied beim Wachstum macht?
Nach acht Wochen haben sich die Veilchen in der Compo-Sana-Erde gut entwickelt, wie man an der Wurzelbildung erkennen kann. Die Feldsalat-Ausbeute fällt beim größten Setzling mit 16 Gramm ebenfalls zufriedenstellend aus.
Zum Anmischen: die Kokosfaser-Blumenerde von Terra Discount
Die gepresste Kokosfaser-Blumenerde von Terra Discount wird angerührt: Aus etwa 650 Gramm trockener Erde und fünf Litern Wasser entsteht so gebrauchsfertige Blumenerde – erspart das Schleppen schwerer Säcke, sieht besonders aus und ist mit circa vier Euro pro zehn Liter recht preiswert. Der Haken: „Eine reine Kokosfasererde hat keine Nährstoffe, vertrocknet relativ schnell, und die Wiederbenässung ist besonders schwierig”, erklärt der Experte.
Nach acht Wochen erkennen wir auch hier: Die Wurzeln der gepflanzten Veilchen haben sich gut entwickelt. Beim Feldsalat fällt die Ernte etwas geringer aus – hier wiegen wir 13 Gramm bei der größten Pflanze im Test.
Plantura Blumenerde – Bio ist gut fürs Gemüse
Wie die Rewe-Erde ist auch die Plantura Blumenerde Bio-gelabelt. „Ich würde, wenn ich die Wahl hätte, immer auf Bio-Blumenerde zurückgreifen”, erklärt der Garten-Experte. Der Grund: Hier sei organischer Dünger enthalten, kein mineralischer Dünger. Ersterer sei immer biologisch, weshalb man organischen Dünger vor allem beim Anbau von Gemüse bevorzugen sollte.
Auch hier sehen wir nach zwei Monaten: Die Veilchen-Wurzeln haben sich gut entwickelt, das Gewicht der größten Feldsalat-Pflanze ist hier mit 15 Gramm vergleichbar mit dem aus der Compo-Sana-Erde.
Bio-Schwarzerde von Sonnenerde – teuer und gut?
Das mit Abstand teuerste Produkt im Test ist die Bio-Schwarzerde von Sonnenerde, zehn Liter kosten hier um die 13 Euro.
Der Preis sei gerechtfertigt, erklärt der Experte: „Es ist eine hochwertige Erde, eine gemischte Erde: Tonerde, Sand, Kompost und ein bisschen Rindenhummus noch mit drin.” Aber es gibt auch einen kleinen Haken: Die Strukturstabilität sei nicht gut, erklärt René Wadas. Damit handle es sich eher nicht um Erde für einen Topf, sondern vielmehr um ein Produkt, das man beispielsweise in ein Hochbeet einarbeiten könne.
Das zeigt sich auch nach acht Wochen: Die Bio-Schwarzerde ist nicht so stark durchwurzelt und fällt auseinander. Beim Feldsalat erkennen wir Größenunterschiede, die Blätter aus der Bio-Schwarzerde fallen kleiner aus als bei den anderen Erden, die geernteten Blätter der größten Pflanze bringen lediglich sieben Gramm auf die Waage.
So wachsen Pflanzen am besten – wichtige Tipps
Pflanzen sollten nicht direkt in zu große Töpfe gesetzt werden, da überschüssige Erde zu viel Feuchtigkeit speichert und die Wurzeln dadurch faulen können.
Düngen direkt nach dem Einpflanzen ist nicht nötig, da sich die Pflanze zunächst an ihre Umgebung gewöhnen muss. Außerdem gilt: Pflanzen aus einem guten Gartencenter sind bereits gedüngt. Frische Wurzeln können durch Dünger sogar verbrannt werden. Also: Erst düngen, wenn die Pflanzen Blätter entwickelt haben.
Mehr Dünger bedeutet nicht automatisch besseres Wachstum. Hier gilt wie so oft: Weniger ist mehr!
Lese-Tipp: Grüner Daumen? So wird eure Pflanzenzucht ein voller Erfolg
Am Ende wird deutlich: Es kommt in Sachen Blumenerde nicht auf den Preis an, sondern vielmehr auf deren Inhaltsstoffe. In unserer Stichprobe kann am Ende das günstigste Produkt aus dem Supermarkt am meisten überzeugen.
*Wir arbeiten in diesem Beitrag mit Affiliate-Links. Wenn ihr über diese Links ein Produkt kauft, erhalten wir vom Anbieter eine Provision. Für euch entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo und wann ihr ein Produkt kauft, bleibt natürlich euch überlassen.




































