Invasive Art vor Hamburg angekommenGefährliche Superameise breitet sich aus

Sie kann Wege unterhöhlen und Stromausfälle verursachen.
Die invasive Große Drüsenameise breitet sich in Deutschland weiter aus. Jetzt ist die sogenannte Superameise auch vor den Toren Hamburgs angekommen – und ihre Bekämpfung gestaltet sich äußerst schwierig.
Der Süden hat das Problem schon länger
Während mehrere Städte in Baden-Württemberg bereits seit Jahren gegen riesige Ameisenkolonien kämpfen, hat die invasive Art inzwischen auch den Norden erreicht. Wie das schleswig-holsteinische Landesamt für Umwelt gegenüber SHZ (Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag) bestätigte, wurde die Große Drüsenameise bereits 2024 auf einem Privatgrundstück in Wedel nachgewiesen.

Dort schränkt der Befall nach Angaben der Behörde inzwischen sogar die gärtnerische Nutzung des Grundstücks ein. Trotz verschiedener Maßnahmen wie Heißwasserbehandlungen und dem Einsatz von Insektiziden konnte die Kolonie bislang nicht beseitigt werden. Wann dies gelingen könnte, ist derzeit unklar. Ein weiteres Vorkommen wurde 2025 in Wulfsdorf bei Scharbeutz entdeckt. Auch dort versuchen Experten, die Ausbreitung einzudämmen.
Millionen Tiere bilden riesige Kolonien
Die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Art gilt als besonders problematisch. Anders als heimische Ameisen bildet sie sogenannte Superkolonien mit Hunderttausenden bis hin zu Millionen Tieren und zahlreichen Königinnen.
Besonders häufig nisten sich die Ameisen unter Pflastersteinen, Hausfundamenten oder Mauern ein. Dadurch können sie Gehwege und befestigte Flächen unterhöhlen. Gelangen sie in technische Anlagen, drohen nach Angaben des Umweltbundesamtes außerdem Störungen der Stromversorgung oder von Internetleitungen.
Für Menschen besteht zwar keine allgemeine Gesundheitsgefahr. Die Tiere gelten allerdings als bissig.
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Bekämpfung kostet Städte viel Geld
Wie aufwendig der Kampf gegen die invasive Ameisenart ist, zeigt Karlsruhe. Dort sind inzwischen acht Kolonien bekannt, drei davon gelten bereits als Superkolonien. Anfang Juli organisierte die Stadt im besonders betroffenen Stadtteil Neureut sogar eine eigene „Ameisen-weg-Woche”. Mit spürbaren Erfolgen rechnen die Verantwortlichen allerdings erst in zwei bis drei Jahren.
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Auch andernorts verursacht die Bekämpfung hohe Kosten. Nach Angaben der Stadt Kehl flossen allein im Jahr 2025 rund 100.000 Euro in Maßnahmen gegen die Ameisen. Einzelne Bereiche konnten zwar zeitweise befreit werden, eine vollständige Ausrottung gilt jedoch als äußerst schwierig.
So erkennen Sie die invasive Ameisenart
Eine eindeutige Bestimmung ist laut Umweltbundesamt zwar nur durch Fachleute möglich. Es gibt jedoch einige typische Hinweise: Die Arbeiterinnen sind unterschiedlich groß und bilden auffällig breite, mehrspurige Ameisenstraßen. Zerdrückte Tiere verströmen außerdem einen süßlich-chemischen Geruch, der an Aceton erinnert.
Experten gehen davon aus, dass sich die Art weiter ausbreiten könnte. Als Hauptursache gilt der Transport von Pflanzen und Erde, über den die Ameisen unbemerkt in neue Regionen gelangen. (sfu)
Verwendete Quellen: Umweltbundesamt, shz.de


