Zeitfresser vor dem eigentlichen Gucken Wenn die Auswahl überfordert – so lange suchen viele Nutzer nach dem passenden Streaming-Angebot

Ihr kennt das bestimmt auch, oder?
RTL+, Netflix, YouTube oder doch lieber die Mediathek? Statt direkt loszuschauen, verbringen viele Menschen erst einmal jede Menge Zeit mit der Suche nach dem, was sie eigentlich schauen wollen. Eine aktuelle Studie zeigt jetzt, wie viel Lebenszeit dabei verloren geht.
Riesige Auswahl überfordert die Nutzer
Filmabend. Die Chips stehen bereit, der Fernseher läuft. Doch statt einer Serie oder eines Films flimmert erst einmal minutenlang die Startseite verschiedener Streamingdienste über den Bildschirm. Genau dieses Phänomen kennen offenbar viele. Eine neue Studie von TV Spielfilm Plus zeigt, dass die riesige Auswahl an Inhalten viele Nutzer eher überfordert als begeistert.
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Junge Erwachsene verlieren fast fünf Tage im Jahr
Besonders die 16- bis 29-Jährigen brauchen laut der Untersuchung im Schnitt rund 19 Minuten, bis sie sich für einen Film, eine Serie oder ein anderes Format entschieden haben. Wer täglich streamt, kommt damit auf fast 4,8 Tage im Jahr, die allein für die Auswahl draufgehen.
Bei den 30- bis 49-Jährigen dauert die Suche durchschnittlich 15 Minuten. Hochgerechnet sind das 3,8 Tage pro Jahr. Menschen über 50 entscheiden sich deutlich schneller und benötigen im Schnitt etwa acht Minuten pro Streaming-Sitzung.

Männer suchen länger als Frauen
Auch zwischen den Geschlechtern gibt es Unterschiede. Männer verbringen laut Studie durchschnittlich 15 Minuten mit der Suche nach dem passenden Inhalt, Frauen kommen auf rund 13 Minuten.
Die Studienverantwortliche Marion Sperlich erklärt das Phänomen so: Die Menschen würden heute mehr Bewegtbild konsumieren als je zuvor. Gleichzeitig falle die Entscheidung durch das riesige Angebot immer schwerer. Zwischen Plattformen wie RTL+, Netflix, Prime Video, Disney+, Joyn, YouTube oder den Mediatheken der Sender verliere man schnell den Überblick.
Ein kurzer Tipp hilft vielen bei der Entscheidung
Interessant ist auch ein weiteres Ergebnis der Umfrage. 68 Prozent der Befragten geben an, dass ihnen die Auswahl leichter fällt, wenn sie vorab bereits etwas über einen Film oder eine Serie gelesen haben. Empfehlungen, Kritiken oder kurze Inhaltsbeschreibungen können demnach helfen, die endlose Suche deutlich zu verkürzen.
Für die Studie „Screens in Motion” wurden im März 2026 rund 2.000 Menschen ab 16 Jahren online befragt. Die Untersuchung gilt laut Burda als repräsentativ für die deutsche Online-Bevölkerung und beleuchtet seit 2018 regelmäßig das Streaming- und Bewegtbildverhalten.
Verwendete Quellen: dpa


