GesundheitsfunktionenKönnen Smartwatches Leben retten?

Die ehemaligen Fitnesstracker haben immer mehr Sicherheits- und Gesundheitsfunktionen.
Nur die Uhrzeit anzeigen und Nachrichten am Handgelenk beantworten? Smartwatches können längst viel mehr – und das nicht nur für das Training. Immerhin sind moderne Modelle in der Lage, etwa die Herzfrequenz, den Blutsauerstoff oder auch die Schlafqualität zu messen. Zudem gibt es bei einigen Smartwatches intelligente Notfallfunktionen, die etwa bei einem Sturz Kontakte benachrichtigen.
Wie hilfreich sind die Funktionen einer Smartwatch?
Smartwatches sind zumindest dafür konzipiert, im Alltag Gesundheitswerte zu messen, die Aufschluss über das Fitnesslevel und potenzielle gesundheitliche Probleme liefern können. Relevant ist dabei vor allem die durchgängige Überwachung etwa der Herzfrequenz, diese wird sonst eher unregelmäßig beim Arzt oder bei der Ärztin abgecheckt oder erst, wenn schon Probleme vorliegen.
Tatsächlich sind einige Fälle bekannt, in denen die Uhr zumindest geholfen hat, einen gesundheitlichen Notfall zu erkennen. So etwa bei dem ehemaligen EA-Sports-Chef Peter Moore, der dank Smartwatch über einen viel zu niedrigen Puls informiert wurde und daraufhin im Krankenhaus einen Herzschrittmacher bekam, wie die Computer Bild berichtet. Über einen weiteren Fall berichten die Stuttgarter Nachrichten, bei dem ein Stuttgarter mit Smartwatch einen zuvor unbekannten Herzfehler erkannte. Ob in beiden Fällen ein lebensbedrohlicher Notfall sonst nicht rechtzeitig bemerkt worden wäre, lässt sich im Nachhinein natürlich nicht sagen.
Auch die Experten der Deutschen Herzstiftung bestätigen schon 2022 das Potenzial der Wearables zur medizinischen Diagnostik. Einen Arztbesuch ersetzen sie laut Kardiologe Prof. Dr. med. Thomas Meinertz jedoch nicht.
Smartwatches mit modernen Gesundheitsfunktionen:
Huawei Watch D3 mit integrierter Manschette
Die Huawei Watch D3* misst den Blutdruck mithilfe einer integrierten aufblasbaren Manschette im Armband. Die Messung erfolgt laut Huawei nach dem oszillometrischen Verfahren – einem Prinzip, das auch von klassischen Blutdruckmessgeräten mit Manschette bekannt ist.
Laut Hersteller ist das Blutdruckmonitoring der Smartwatch nach der europäischen Medizinprodukteverordnung CE-MDR zertifiziert. Der praktische Gedanke dahinter: Für eine Messung unterwegs muss nicht jedes Mal ein separates Oberarmgerät hervorgeholt werden. Denn wer nach ärztlicher Verordnung möglichst jeden Tag messen soll, weiß, wie nervig das ist und dass es gern auch mal in Vergessenheit gerät.
Blutdruckmessung: aufblasbare Manschette mit Mini-Pumpe
24-Stunden-Messung: unterstützt ambulantes Blutdruckmonitoring (ABPM)
Gesundheitscheck: unter anderem EKG, Herzfrequenz, Schlaf und Stress
Schlankes Design: Die Uhr ist laut Huawei nur 11,3 mm dünn
Bis zu 6 Tage Akku: laut Hersteller mit einer Ladung
Aktuell gibt es zur Huawei Watch D3 eine Paket-Aktion: Im Bundle gibt es dazu entweder gratis die Freebuds SE 4 sowie ein Sportarmband oder ein Bundle mit Körperfettwaage und Sportarmband – beides ohne Aufpreis.
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
Samsung Galaxy Watch mit Sensor
Samsung ermöglicht bei kompatiblen Galaxy-Watch-Modellen* ebenfalls die Bestimmung von Blutdruckwerten, nutzt dafür jedoch einen sensorbasierten Ansatz. Die Funktion muss zunächst mit einem klassischen Blutdruckmessgerät mit Oberarmmanschette kalibriert und anschließend regelmäßig neu kalibriert werden.
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Personal Trainer: lernt von Fitnessdaten und passt Trainingsempfehlungen an
Akku: 445 Milliamperestunden (mAh)
Apple Watch Ultra 3 für Bluthochdruck
Apple verfolgt wiederum einen anderen Ansatz: Unterstützte Apple-Watch-Modelle* können Nutzer auf Muster aufmerksam machen, die auf chronischen Bluthochdruck hindeuten könnten. Konkrete systolische und diastolische Blutdruckwerte misst die Apple Watch dabei nicht.
Kann laut Apple Anzeichen für chronischen Bluthochdruck erkennen
Satelliten-Kommunikation (ohne Netz)
Für Schwimmer: Tracken auch im Wasser + Tauchcomputer mit Oceanic+-App
Notruf SOS über Satellit, Sturz- und Unfallerkennung
Akkulaufzeit bis zu 42 Stunden (laut Hersteller)
Gesundheitshelfer immer dabei
Einen Arztbesuch und Gesundheits-Check-ups ersetzen Smartwatches nicht, doch Beispielfälle haben gezeigt, dass sie Hinweise auf gesundheitliche Probleme und Notfälle liefern können. Ob in den berichteten Fällen wirklich Leben gerettet wurden, lässt sich nicht belegen. Hinzu kommen Notfall-Funktionen wie ein Notruf, Sturz- und Unfallerkennung, die im Alltag praktisch sein können und Sicherheit geben. Am besten wird der Kauf einer Smartwatch mit den eigenen Bedürfnissen abgestimmt.
Auch wenn es Einzelfälle gibt und Experten die hilfreichen Funktionen für die Gesundheit unterstreichen, heißt es nicht unbedingt, dass Smartwatches immer Leben retten. Ob Smartwatches die Sterblichkeit im Allgemeinen verringern (könnten), ist bisher nicht ausreichend belegt. Hinzu kommt, dass sich Technik ständig weiterentwickelt und neue Technologien, wie etwa Huaweis Watch D3, auf den Markt kommen und Studien oder Expertenmeinungen schnell veraltet sind.
Kurzum: Smartwatches können Aufschluss über Gesundheitswerte liefern und potenzielle Erkrankungen erkennen, diese müssen jedoch dringend ärztlich abgeklärt werden. Zudem hat jede Smartwatch unterschiedliche Funktionen, die vor dem Kauf nach eigenen Bedürfnissen ausgewählt werden sollten. Neben der Überwachung der Gesundheitsfaktoren können SOS-Funktionen und Sturzerkennung spannend sein und zumindest das Sicherheitsgefühl steigern.
Verwendete Quellen: stuttgarter-nachrichten.de, computerbild.de, Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung (24. März 2022)
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