Rosskastanie oder Esskastanie?Kastanien sammeln: Darf man die eigentlich essen?

Im Herbst liegen sie überall auf dem Boden: glänzende braune Kastanien. Doch nicht jede davon ist für den Kochtopf geeignet. Wie man Esskastanien erkennt und was es beim Sammeln zu beachten gibt.
Wenn im Herbst die ersten Kastanien von den Bäumen fallen, beginnt für viele das große Sammeln. Kinder basteln daraus Figuren, andere nehmen die glänzenden Früchte als herbstliche Dekoration mit nach Hause. Doch kann man die gesammelten Kastanien eigentlich auch essen? Die kurze Antwort lautet: Manche ja - aber längst nicht alle. Entscheidend ist, um welche Kastanie es sich handelt.
Rosskastanien gehören nicht auf den Teller
Die Kastanie, die in Deutschland besonders häufig in Parks und an Straßen zu finden ist, ist meist die Rosskastanie. Ihre Früchte kennt man von den typischen braunen Kastanienmännchen. Essen sollte man sie allerdings nicht. Sie sind nicht als Lebensmittel geeignet und sollten nicht mit den essbaren Kastanien verwechselt werden.
Ein wichtiges Erkennungsmerkmal sind die Blätter: Die Rosskastanie hat auffällige, handförmig zusammengesetzte Blätter. Ihre stachelige Fruchthülle enthält in der Regel eine oder wenige größere, rundliche Kastanien.
Esskastanien sehen etwas anders aus
Esskastanien, auch Edelkastanien genannt, gehören zu einer anderen Baumart. Ihre Blätter sind länglich und am Rand deutlich gezähnt. Auch die Früchte lassen sich unterscheiden: Die stachelige Hülle der Esskastanie enthält meist zwei bis drei Früchte, die von der Form her zugespitzt sind.
Die bekannten Maronen sind eine Unterart der Esskastanie. Sie sind meist etwas größer und runder und haben einen besonders aromatischen Geschmack. Wer Esskastanien sicher erkannt hat, kann sie also grundsätzlich sammeln und essen.
Aber nicht einfach roh knabbern
Auch bei Esskastanien gilt: Vor dem Essen werden sie gegart. Besonders beliebt sind geröstete Maronen. Dafür wird die Schale zunächst kreuzweise eingeschnitten. Anschließend kommen die Kastanien in den Ofen oder in die Pfanne. Durch das Erhitzen werden sie weich und lassen sich anschließend leichter schälen.
Das BZfE empfiehlt, Esskastanien vor der Zubereitung genau anzusehen. Pralle, glänzende Früchte sind eine gute Wahl. Kastanien mit Löchern können von Schädlingen befallen sein. Auch muffige oder schimmelige Früchte gehören aussortiert.
Wo darf man Kastanien sammeln?
Wer Esskastanien in der Natur sammeln möchte, sollte außerdem darauf achten, wo die Früchte liegen. Nicht jeder Wald, Park oder jedes Grundstück darf beliebig beerntet werden. Auf Privatgrundstücken braucht es grundsätzlich die Erlaubnis des Eigentümers. Auch in Schutzgebieten können besondere Regeln gelten.
Für kleine Mengen zum persönlichen Gebrauch ist das Sammeln wild wachsender Früchte in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen grundsätzlich erlaubt. Wer größere Mengen sammeln möchte oder gewerblich ernten will, sollte sich vorher über die örtlichen Regelungen informieren.
So kommen die Esskastanien auf den Teller
Frische Esskastanien können geröstet, gekocht oder zu Püree verarbeitet werden. Besonders einfach ist die Zubereitung im Backofen: Die Schale kreuzweise einschneiden und die Kastanien anschließend etwa 20 Minuten bei rund 180 Grad rösten. Das BZfE empfiehlt außerdem, eine feuerfeste Schale mit Wasser in den Ofen zu stellen, damit die Früchte nicht zu trocken werden.
Nach dem Rösten werden sowohl die harte Schale als auch die darunterliegende Samenhaut entfernt. Am besten funktioniert das, solange die Kastanien noch warm sind.
(ncz/spot)


