Auszeit vom AlgorithmusStatt Doomscrolling auf Insta und Co.: Warum echte Magazine wieder angesagt sind

Eine Frau sitzt in einem Café und liest ein Magazin.
Magazine sind wieder im Trend und sollen gegen Doomscrolling helfen.
Getty Images / alvarez

Endlos scrollen war gestern!
Nur mal kurz Instagram öffnen – und plötzlich sind 40 Minuten vergangen. Ein Reel führt zum nächsten, dazwischen News, Werbung und Urlaubsfotos. Willkommen beim Doomscrolling. Gleichzeitig passiert ausgerechnet auf TikTok etwas Spannendes: Unter dem Hashtag „Going Analogue“ entdecken vor allem jüngere Menschen Bücher, Magazine, Journaling, Digitalkameras und andere Offline-Hobbys neu. Wir verraten, wo ihr jetzt eure Magazine lesen könnt.

Lieber blättern statt weiterscrollen: Readly als Magazin-Flatrate

Der Reiz von Magazinen liegt auf der Hand: Statt sich vom Algorithmus durch Dutzende Häppchen schicken zu lassen, entscheidet ihr selbst, was ihr lesen möchtet, und bleibt vielleicht länger als 15 Sekunden bei einem Thema. Für die kleine Magazin-Auszeit muss sich heute niemand einen Zeitschriftenstapel ins Wohnzimmer legen. Mit Readly* gibt es den Zeitschriftenkiosk auch digital.

Die Devise lautet: „All you can read“. Für eine monatliche Gebühr bietet Readly Zugriff auf mehr als 5.000 nationale und internationale Magazine und Zeitungen. Dabei sind bekannte Titel wie Vogue, Cosmopolitan und Hörzu, aber auch WirtschaftsWoche, Chip, Auto Motor und Sport, Sport Bild, Die Welt oder Bild. Spar-Tipp: Zwei Monate Readly gibt es aktuell für insgesamt einen Euro. Danach kostet das Abo regulär 14,99 Euro pro Monat und ist monatlich kündbar.

  • Laut Anbieter jederzeit kündbar

  • Deal im August: 2 Monate für 1 Euro

  • Danach: 14,99 Euro pro Monat

Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.

Moment mal: Digital lesen für den Digital Detox?

Klingt erst einmal widersprüchlich, ist es aber nur bedingt. Denn beim „Going Analogue“-Trend geht es nicht zwingend darum, sämtliche Bildschirme aus dem Leben zu verbannen. Vielmehr steht der bewusstere Umgang mit der eigenen Aufmerksamkeit im Mittelpunkt. Und genau deshalb erleben Magazine gerade einen kleinen Imagewandel.

Trotz sinkender Print-Auflagen bleibt das Interesse an hochwertigen Magazin-Inhalten, gut recherchierten Reportagen, langen Interviews, Tests oder aufwendig produzierten Fotostrecken bestehen. Ob diese Inhalte auf Papier oder Tablet gelesen werden, ist dabei fast zweitrangig.

Mehr dazu: Magazin-Flatrate „Readly” im Check – lohnt sich das Ein-Euro-Angebot?

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Lieber Bücher als Magazine? Dann ist Kindle Unlimited interessant

Wer statt Reportagen und Zeitschriften lieber Romane und Sachbücher verschlingt, findet mit Kindle Unlimited* eine Alternative. Amazons Abo konzentriert sich vor allem auf E-Books und bietet zusätzlich Hörbücher sowie ausgewählte E-Magazine. Ein Kindle ist dafür nicht zwingend nötig. Die Inhalte lassen sich auch über die Kindle-App lesen. Regulär kostet Kindle Unlimited in Deutschland derzeit 11,75 Euro pro Monat und ist jederzeit kündbar.

Schluss mit Endlos-Scrollen: Das hilft gegen Doomscrolling

Was bedeutet Doomscrolling eigentlich genau? Laut aok.de ist das oft automatische, anhaltende Konsumieren von negativen, beunruhigenden oder stark emotionalisierenden Nachrichten und Social-Media-Inhalten gemeint. Das Tückische: Social-Media-Feeds kennen keinen Feierabend. Es gibt keine letzte Seite, keinen Abspann und kein fertiges Kapitel. Wer regelmäßig in der Scroll-Spirale hängen bleibt, muss Instagram und Co. nicht gleich löschen. Ein paar kleine Veränderungen können schon helfen:

  1. Handy außer Reichweite: Liegt das Smartphone beim Essen, Fernsehen oder Lesen nicht direkt daneben, wird aus dem reflexartigen Griff wieder eine bewusste Entscheidung.

  2. Mit einem Ziel öffnen: Vor dem Scrollen durch Instagram könnt ihr euch kurz fragen: Was will ich dort gerade eigentlich machen? Lautet die Antwort „keine Ahnung“, kann das Handy vielleicht auch geschlossen bleiben.

  3. Klein anfangen: Schon 30 Social-Media-freie Minuten am Abend sind realistischer als der große Digital Detox ab morgen früh.

Fazit: Vielleicht ist „weniger digital“ gar nicht der Punkt

Das Magazin-Comeback zeigt: Es geht gar nicht unbedingt darum, Bildschirme komplett aus unserem Alltag zu verbannen. Vielmehr wächst die Lust, bewusster zu konsumieren – statt sich vom endlosen Feed treiben zu lassen. Ein Thema auswählen, eintauchen und einen Artikel tatsächlich zu Ende lesen, war früher selbstverständlich und fühlt sich heute zwischen Reels, Push-Nachrichten und Dauer-Updates plötzlich wie eine kleine Auszeit an.

Verwendete Quellen: dazeddigital.com, aok.de, readly.de, amazon.de, eigene RTL-Recherche

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