Der Fall hatte Proteste ausgelöstEine Stunde nach der Geburt nimmt der Staat Ivana ihr Baby weg – wie geht es der Grönländerin heute?

„Wir fühlen uns immer unsicher!”
Nur eine Stunden nach der Geburt wird Ivana Nikoline Brønlund (19) im August 2025 ihr Baby von den dänischen Behörden entrissen. Nach einem kräftezehrenden Kampf dann die Wende im September: Ivana bekommt die kleine Aviaja-Luuna zurück. Doch endgültig in Ruhe gelassen wird die heute 19-Jährige von den Behörden noch immer nicht, wie wir bei einem erneuten Besuch der kleinen Familie erfahren.

Im Mutter-Kind-Heim wurde Ivana ganz genau beobachtet

Hinter Mutter und Tochter liegen schwere Monate. Erst im August 2025 erblickt Aviaja-Luuna das Licht der Welt. Eine Stunde lang darf sie damals in den Armen ihrer Mutter verbringen, bevor die dänischen Behörden sie in ihre Obhut nehmen. Der Grund: Ivana war durch den sogenannten „Elternkompetenztest” (forældrekompetenceundersøgelse, kurz FKU) gefallen. RTL.de berichtete.

Nach einem langen Kampf bekam Ivana ihr Baby dann aber doch zurück – zusammen zogen sie in ein Mutter-Kind-Heim. „Es war einfach fantastisch, dort zu sein. Dass ich mit Aviaja-Luuna und dem Team sein konnte. Es war schön dort. Sie waren nett. Ich habe die Zeit dort sehr genossen und auch viel gelernt, indem ich alles selbstständig erledigt habe”, sagt Ivana, als wir sie erneut in Dänemark besuchen.

Was Ivana damals nicht weiß: Die Mitarbeiter in dem Heim sollten Ivana nicht nur unterstützen, sie sollten auch nach Fehlern in ihrem Verhalten als Mutter suchen. Doch die frischgebackene Mutter schlägt sich gut, macht sogar extra Kurse, um den Vorstellungen der Behörden zu entsprechen. „Ich war überglücklich, als man mir sagte, dass ich mein Kind mit nach Hause nehmen durfte. Es war ein unbeschreibliches Gefühl.”

Noch immer steht Ivana unter Beobachtung der Behörden

Aber als junge, alleinerziehende Grönländerin steht Ivana in Dänemark anscheinend unter ganz besonderer Beobachtung. Die Gemeinde lässt einfach nicht locker – noch immer komme zweimal pro Woche ein Mitarbeiter, um Ivanas Verhalten als Mutter zu kontrollieren. „Wir fühlen uns immer unsicher, wenn wir mit der Kommune sprechen, denn sie haben ja früher diese Entscheidung getroffen”, gesteht Ivana im Interview.

So schockierend das auch klingt: Ivanas Fall ist kein Einzelfall, wie Leila Bertelsen im Video oben erklärt. Sie engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich für grönländische Familien, denn die seien in Dänemark noch immer benachteiligt.

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche