UV-Filter-ABCSonnencreme ohne Octocrylen: Welche Alternativen gibt es?

Close-Up von Händen die in die Luft ragen und mit Sonnencreme eingecremet sind
Sonnenschutz ist superwichtig, doch viele wissen gar nicht, welche UV-Filter enthalten sind.
Getty Images / mihailomilovanovic

Octocrylen ist nach wie vor ein weitverbreiteter chemischer UV-Filter in Kosmetika, auch wenn der Ruf nicht gerade sonnig ist.
Welche Auswirkungen der Inhaltsstoff auf Körper und Umwelt hat und welche schonenderen Alternativen es gibt, erfahrt ihr hier.

Was ist Octocrylen?

Octocrylen ist ein chemischer UV-Filter, der EU-weit in Kosmetikprodukten wie Sonnencremes zugelassen ist. Gut zu wissen: Sonnencremes mit Octocrylen haben in der Regel ein Verfallsdatum. Der Grund: Mit der Zeit kann aus Octocrylen das Zerfallsprodukt Benzophenon entstehen, das als möglicherweise krebserregend eingestuft wird. Zwar bezeichnet das Wissenschaftliche Beratergremium der EU (SCCS) Benzophenon als „gefährliche Verunreinigung“, repräsentative Daten, die vom Gebrauch octocrylenhaltiger Sonnencremes abraten würden, liegen jedoch bislang nicht vor. Dennoch verzichten inzwischen viele Kosmetikhersteller auf den UV-Filter und weisen ausdrücklich darauf hin, dass ihre Produkte kein Octocrylen enthalten.

Sonnencreme ohne Octocrylen: Welche UV-Filter gibt es noch?

Mineralische UV-Filter: Wenn eine Sonnencreme einen weißen Film auf der Haut hinterlässt, ist das ein Anzeichen für einen mineralischen UV-Filter. Die sind insbesondere in Sonnencremes für sensible Kinderhaut enthalten sowie in naturkosmetischen Cremes. Die typischen anorganischen Mineralien, die hier zum Schutz eingesetzt werden, sind Zinkoxid und Titandioxid. Diese Art von Filtern reflektiert und streut UV-Strahlen, ähnlich wie ein Spiegel. Das mineralische Sonnenfluid von Avene* schützt laut Hersteller zuverlässig vor UVA- und UVB-Strahlung und versorgt dabei die Haut mit Antioxidantien. Es ist besonders gut für fettige und zu Unreinheiten neigende Haut geeignet. Die leichte Tönung soll zudem einen sommerlichen Glow wie von der Sonne geküsst verleihen.

Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.

Wer sagt, dass Babysonnencreme nur den Kleinen vorbehalten ist? Die mineralische Sonnencreme von Mabyen* kommt sogar ohne den sogenannten „Weißeleffekt“ aus, denn hier wird auf den mineralischen UV-Filter Titandioxid, der für die weiße Farbe verantwortlich ist, verzichtet. Besonders sensible Haut wird mit allem versorgt, was sie benötigt: einem besonders hohen UV-Breitband-Schutz aus Zinkoxid sowie einer hautschonenden und pflegenden Formulierung, die selbst für Neurodermitis-Patienten geeignet sein soll.

Organische UV-Filter: Als einer der Top-Bestseller in der Drogerie und bei Amazon (mehr als 10.000 Verkäufe im letzten Monat) verzichtet die Schutz- und Pflege-Sonnenlotion von Nivea* komplett auf UV-Filter wie Octinoxat, Oxybenzon und Octocrylen. Der Kosmetikhersteller setzt hier auf eine Mischung verschiedener organischer Filter, die sowohl UVA- als auch UVB-Strahlung abdecken. Organische beziehungsweise chemische UV-Filter absorbieren UV-Strahlung und wandeln sie in energieärmere Wärme um. Zu den häufig verwendeten chemischen UV-Filtern gehören unter anderem Octocrylen, Avobenzon und Homosalat.

Als bewährte Kosmetikmarke aus der Apotheke bietet sich als Alternative ohne Octocrylen das Sonnenschutz-Gel von Eucerin* an. Es soll laut Hersteller helfen, Sonnenallergie und polymorpher Lichtdermatose entgegenzuwirken. Licochalcone A, gewonnen aus der Süßholzwurzel, schützt zusätzlich zu den organischen UV-Filtern durch seine antioxidative Wirkung vor Sonneneinstrahlung. Das Produkt kommt zudem ohne Octocrylen und Mikroplastik aus.

Koreanische Kosmetik etabliert sich immer mehr in den Skincare-Routinen, der Beauty-Trend erfährt in den letzten Jahren einen regelrechten Social-Media-Hype. Immer häufiger bekommen wir das Wort „Cica“ (Centella Asiatica) auf den Cremetuben zu lesen. Auch bekannt als Tigergras gilt der natürliche Inhaltsstoff in Korea als wahrer Beauty-Allrounder, der Feuchtigkeit spenden, Rötungen reduzieren und die Hautbarriere unterstützen soll. Gepaart mit hochmodernen UV-Filtern wie Uvinul A Plus und Uvinul T 150 gibt es den Silky-Fit-Sun-Stick von Madagascar Centella* – für alle, die cremige Konsistenz nicht mögen oder schnell mit einem Stick nacharbeiten wollen. Blaue Agave soll zudem laut Hersteller die Haut glätten und den typisch koreanischen Glass-Skin-Effekt erzeugen.

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Pflanzliche UV-Filter: Eine noch bessere Alternative?

Nicht unbedingt. Einige Pflanzenöle enthalten zwar natürliche Inhaltsstoffe, die UV-Strahlung teilweise absorbieren können – vor allem Himbeersamenöl und Karanjaöl werden häufig als natürliche UV-Filter beworben –, für einen verlässlichen Lichtschutzfaktor gibt es jedoch keine wissenschaftlich standardisierten Nachweise. Zudem decken die Öle das UV-Spektrum nicht ausreichend ab und bieten keinen mit handelsüblichen Sonnenschutzmitteln vergleichbaren Schutz. Als Ersatz für Sonnencremes eignen sie sich daher nicht – insbesondere nicht bei intensiver Sonneneinstrahlung oder empfindlicher Haut.

Welche Auswirkungen hat Octocrylen für Gesundheit und Umwelt?

Laut der Deutschen Apothekenzeitung gibt es Hinweise darauf, dass Octocrylen hormonähnlich wirkt. Bis zu einer gewissen EU-konformen Dosierung von zehn Prozent sei der umstrittene Stoff zwar unbedenklich und daher auch noch in vielen Cremes enthalten, doch Verbraucherseiten wie Öko-Test empfehlen eher, darauf zu verzichten, insbesondere bei empfindlicher Haut wie der von Kindern.

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Auch für die Umwelt birgt unter anderem Octocrylen ein Risiko. Gelangen Rückstände davon ins Wasser, können sie sich in Meeresorganismen ansammeln – und dort vor allem Kleinkrebse und Fische belasten. Oftmals gekennzeichnet mit „korallenfreundlich“ werben Sonnencremehersteller mit dem Verzicht auf schädliche UV-Filter.

Genutzte Quellen: notino.de, amazon.de, utopia.de, oekotest.de, health.ec.europa.eu, eigene Recherche

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