Zwei (!) Angaben sind entscheidendJahrelang die falsche Schuhgröße gekauft? Auf dieses Maß achten viele nicht beim Schuhkauf

Close-up Of Woman's Hand Sitting On Sofa Removing  Uncomfortable Ballerinas
Die Schuhgröße stimmt – und trotzdem drückt der Schuh? Damit seid ihr offenbar nicht allein
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Schon mal in zu kleine Schuhe gequetscht?
Das kennen wir wohl alle nicht nur aus dem Märchen von Aschenputtel. Eine australische Studie zeigt: Bei rund zwei Dritteln der untersuchten Frauen passten Schuhe und Füße nicht richtig zusammen. Denn beim Schuhkauf kommt es nicht nur auf die bekannten Größen 38, 39 oder 40 an.

Nicht nur die Länge zählt

Neben der Länge zählt bei der richtigen Passform des Schuhs auch die Breite des Fußes. Wer dauerhaft zu schmale Schuhe kauft, kann Probleme bekommen: „Hier ist vor allem die Symptomatik innen und außen am Ballen, dass dort Druckstellen und Schwielen entstehen, die dann wieder in der Folge Schmerzen beim Abrollen, beim Laufen bis hin eben zu Rückenschmerzen oder in der gesamten Achse Knieschmerzen und Nackenbeschwerden machen können”, erklärt Orthopäde Dr. Ruben Jentzsch im RTL-Interview. Grund genug also, nicht nur die Schuhgröße zu kennen, sondern die eigenen Füße einmal richtig auszumessen.

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So messt ihr eure Fußlänge richtig

Am besten messt ihr beide Füße und orientiert euch anschließend am größeren. Legt dafür ein Blatt Papier auf einen harten Boden direkt an eine Wand. Stellt euch mit der Ferse an die Wand und markiert, wo euer längster Zeh endet. Anschließend messt ihr den Abstand zwischen Wand und Markierung.

Für ausreichend Bewegungs- und Abrollraum empfiehlt der deutsche Schuhhersteller Lloyd bei Erwachsenen zusätzlich etwa 0,5 bis 1 Zentimeter.

Aus der Fußlänge lässt sich anschließend die ungefähre EU-Schuhgröße berechnen:

(Fußlänge in Zentimetern + 1,5) × 1,5 = EU-Schuhgröße

Bei 25 Zentimetern wären das beispielsweise rund Größe 40. Das Ergebnis ist allerdings nur eine Orientierung, denn Hersteller und Modelle können unterschiedlich ausfallen.

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E bis M: Auch eure Fußbreite entscheidet

Mindestens genauso wichtig ist die Breite. Dafür wird der Ballenumfang an der breitesten Stelle des Vorderfußes mit einem flexiblen Maßband gemessen. Bei Schuhweiten begegnen euch statt Zahlen häufig Buchstaben, die je nach Hersteller auf dem Schuhkarton vermerkt sind, aber auch variieren können. In anderen Ländern gelten beispielsweise andere Systeme.

E und F: schmal
G: normal
H: etwas weiter
K, J, M: extra weit

Welche Weite tatsächlich zu euch passt, hängt von eurer Schuhgröße und vom jeweiligen Hersteller ab. Deshalb solltet ihr den gemessenen Ballenumfang mit dessen Größentabelle abgleichen. Eine grobe Richtung können folgende Beispiele geben:

  • Ihr tragt Schuhgröße 38:

  • Bis 22,4 cm braucht ihr Schuhweite F, bis 22,9 cm Schuhweite G, bis 23,4 cm Schuhweite H und bis 23,9 cm Schuhweite J.

  • Schuhgröße 39:

  • Bis 22,8 cm (F), bis 23,3 cm (G), bis 23,8 cm (H), bis 24,3 cm (J)

  • Schuhgröße 40:

  • Bis 23,3 cm (F), bis 23,7 cm (G), bis 24,2 cm (H), bis 24,7 cm (J)

Wird die Schuhgröße größer, werden die Schuhe demnach auch breiter. Das erklärt, wieso viele Frauen in der australischen Studie zu einer größeren Schuhgröße gegriffen hatten. Die Folge: Die Schuhe hatten dann eine bessere Breite, waren aber zu lang.

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Eine Nummer kleiner – und trotzdem mehr Platz?

Das zeigt auch unser RTL-Test im Fachgeschäft. Unsere Reporterin kauft ihre Schuhe normalerweise in Größe 39. Beim professionellen Ausmessen stellt sich jedoch heraus: Auch ein kleinerer Schuh in Größe 38 mit der größeren Weite G passt ihr. Einfach eine Nummer größer zu kaufen, wenn ein Schuh seitlich drückt, ist also nicht unbedingt die beste Lösung. Entscheidend ist die Kombination aus Länge und Breite.

Leider geben längst nicht alle Hersteller die Schuhweite an. Dann lohnt sich ein Blick auf Schnitt und Material: Der Schuh sollte auch an den Seiten nicht drücken und den Zehen nach vorne ausreichend Platz lassen. Und auch wer seine Schuhgröße seit Jahren kennt, sollte gelegentlich nachmessen: Länge und Breite der Füße können sich im Laufe des Lebens verändern. Vielleicht steckt ihr also tatsächlich schon seit Jahren in der falschen Größe.

Wer sich trotz Ausmessen unsicher ist, kann sich beraten lassen. Jentzsch empfiehlt: „Wenn man sich hier unsicher ist und die Beratung im Geschäft nicht ausreicht, dann einfach mal zum Orthopäden sich beraten lassen.“

Verwendete Quellen: RTL, Deutschlandfunk Nova, Royal Melbourne Institute of Technology, Lloyd, Baur, Blitzrechner