Könnt ihr mich hören?Diese Kopfhörer-Funktion ist für Anrufer wichtiger als ANC

Wir hören alles glasklar – nur unser Gegenüber versteht kein Wort. Genau hier zeigt sich, was gute Kopfhörer wirklich können müssen.
Die Lieblingsplaylist läuft, der Straßenlärm verschwindet und wir genießen dank Active Noise Cancelling (ANC) unsere Ruhe. Doch kaum klingelt das Handy, ist es mit der Entspannung vorbei. „Kannst du das noch mal sagen?“ oder „Bei dir rauscht es total!“ – Sätze, die wir alle kennen. Neue KI-Kopfhörer sollen genau das verbessern.
Wir haben unsere Ruhe – die anderen nicht unbedingt
ANC gehört inzwischen bei vielen Kopfhörern zur Standardausstattung. Die Technik reduziert störende Umgebungsgeräusche, damit Musik, Podcasts oder Gespräche für uns angenehmer klingen. Beim Telefonieren zählt allerdings noch eine zweite Richtung: Die eigene Stimme muss möglichst klar beim Gegenüber ankommen. Und das ist gar nicht so einfach, wenn neben uns Menschen reden, Autos vorbeifahren oder der Wind ins Mikrofon pustet.
Hier helfen gute Mikrofone und eine gezielte Unterdrückung von Hintergrundgeräuschen bei der Sprachübertragung. Sie sollen die eigene Stimme hervorheben und störende Geräusche möglichst ausblenden. Denn was bringt uns die beste Geräuschunterdrückung, wenn unsere Gesprächspartner trotzdem nur Bahnhof verstehen?
Dieser Kopfhörer will Schluss mit dem Stimmenchaos machen
Genau bei diesem Alltagsproblem setzt der neue Soundcore Space 2 Pro von Anker* an. Der Over-Ear-Kopfhörer kostet rund 200 Euro und soll besonders bei Telefonaten und Videomeetings seine Stärken ausspielen. Dafür verbaut Anker gleich sechs Mikrofone, die laut Hersteller auf eine möglichst klare Übertragung der Stimme ausgelegt sind. Weitere Technik kümmert sich um die Geräuschunterdrückung: Insgesamt acht Mikrofone erfassen die Umgebung, während ein spezieller KI-Chip die ANC-Einstellungen laufend anpassen soll.
Momentan sind die Kopfhörer über Amazon und den Anker-Shop selbst verfügbar:
Das Ziel: Wir sollen auch dann verständlich bleiben, wenn um uns herum nicht gerade absolute Stille herrscht.
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
Auch spannend: AirPods beim Telefonieren zu schlecht? Dieser Kopfhörer soll es besser machen
Die KI soll wissen, wann wir sprechen – und wann der Bus vorbeifährt
Was heute unter dem Schlagwort KI verkauft wird, soll bei Kopfhörern vor allem ein ziemlich nerviges Problem lösen: Die Technik muss unsere Stimme von allem unterscheiden, was sonst noch zu hören ist.
Anker setzt dafür auf einen speziellen Chip namens Thus. Dieser soll Sprachsignale erkennen und störende Geräusche gezielt herausfiltern. Im Idealfall bleibt unsere Stimme verständlich, während das Stimmengewirr im Café oder der Verkehrslärm im Hintergrund deutlich leiser beim Gesprächspartner ankommt.
Damit die aufwendige Verarbeitung nicht unnötig viel Energie verbraucht, nutzt Anker laut eigenen Angaben eine Technik namens Compute-in-Memory. Vereinfacht gesagt werden Daten möglichst direkt dort verarbeitet, wo die benötigten Informationen gespeichert sind.
Klingt kompliziert, soll für uns aber einen einfachen Vorteil haben: klarere Telefonate, ohne dass der Akku unnötig schnell schlappmacht.
Telefonieren schön und gut – aber die Musik muss auch stimmen
Wer knapp 200 Euro für Kopfhörer ausgibt, möchte damit natürlich nicht nur das nächste Teammeeting überstehen. Schließlich sollen auch Lieblingssongs, Podcasts und Serien Spaß machen.
Beim Space 2 Pro setzt Anker auf 35-Millimeter-Treiber. Zusätzlich soll die Funktion HearID 5.0 den Klang nach einem individuellen Hörtest an die eigenen Hörgewohnheiten beziehungsweise das Hörvermögen anpassen.
Für längere Arbeitstage oder Reisen verspricht der Hersteller außerdem eine ordentliche Akkulaufzeit: Bis zu 30 Stunden mit ANC und bis zu 60 Stunden ohne ANC sollen möglich sein. Und wenn es morgens schnell gehen muss, sollen bereits fünf Minuten Laden für weitere acht Stunden Musikwiedergabe reichen.
Keine Lust auf große Kopfhörer? Es geht auch kleiner
Nicht jeder möchte im Büro oder unterwegs einen großen Kopfhörer auf dem Kopf tragen. Wer lieber kleine In-Ears nutzt, findet bei Soundcore zwei weitere Modelle mit unterschiedlichem Ansatz.
In den Soundcore Liberty Buds 2* sollen insgesamt acht Sensoren und der neue KI-Chip garantieren, dass die eigene Stimme bei Telefonaten möglichst deutlich erfasst wird. Störende Geräusche sollen gleichzeitig in den Hintergrund rücken.
Etwas ungewöhnlicher sind die Soundcore AeroClip 2*. Sie werden außen am Ohr befestigt und lassen den Gehörgang frei. Dadurch bleibt die Umgebung hörbar – praktisch beispielsweise im Büro, wenn wir trotz Kopfhörern noch mitbekommen möchten, was um uns herum passiert.
Und was ist mit den AirPods?
Natürlich ist Anker nicht der einzige Hersteller, der sich um bessere Telefonate bemüht. Auch Apple setzt bei seinen AirPods Pro 3* auf spezielle Mikrofone und Software, die Stimmen hervorheben und Hintergrundgeräusche reduzieren sollen.
Dazu gehören sogenannte Beamforming-Mikrofone und eine Stimmisolation. Unabhängige Tests bescheinigen den AirPods Pro 3 insbesondere in Verbindung mit einem iPhone eine gute Sprachverständlichkeit. Allerdings bleibt beispielsweise Wind laut SoundGuys eine Herausforderung.
Ob die neuen Soundcore-Modelle hier tatsächlich besser abschneiden, lässt sich ohne einen unabhängigen Direktvergleich nicht sagen. Und genau deshalb lohnt es sich, bei vollmundigen Versprechen zur KI-Sprachqualität genauer hinzuschauen.
Verwendete Quellen: Pressemitteilung Anker (22.09.26), soundguys.com, amazon.de, eigene RTL-Recherche
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