Streamingstart der Mockumentary"Nine to Five - Das Amt": Friederike Kempter leitet Berliner Bürgeramt

Friederike Kempter übernimmt in der Mockumentary "Nine to Five - Das Amt" die Leitung eines Berliner Bürgeramts. Über ihre Figur fällt sie ein vernichtendes Urteil. Und sie verrät, was die Dreharbeiten von einer gewöhnlichen Serienproduktion unterschied.
Friederike Kempter (47, ehemals Münster-"Tatort") wird Behördenchefin, zumindest im Fernsehen. In der ZDFneo-Serie "Nine to Five - Das Amt" spielt sie Ronja Keller, die aus der Privatwirtschaft an die Spitze des fiktiven Bürgeramts Berlin-Tiergarten-Mitte-West wechselt. Die acht Folgen der Workplace-Mockumentary stehen ab Freitag, 2. Oktober, um 10 Uhr in Web und App des ZDF bereit. ZDFneo zeigt die Serie ab dem 27. Oktober immer dienstags ab 21:45 Uhr in Doppelfolgen.
Mit ihrer Figur geht Kempter hart ins Gericht. Auf die Frage, ob Ronja eine schlechte Chefin sei, antwortet sie im Interview mit dem Sender ohne Zögern: "Absolut! Sie ist eine katastrophale Chefin!"
Kündigung zum Einstand
Tatsächlich startet Ronja denkbar ungünstig, denn sie soll gleich an ihrem ersten Tag jemanden entlassen. Den Laden hält derweil Conny (Lisa Hrdina) zusammen, die sich selbst auf den Chefposten beworben hatte. Die Neue setzt lieber auf Tricks als auf echte Arbeit und bringt mit ihren Optimierungsversuchen viel Unruhe in das Team.
Den richtigen Ton für diese Frau zu treffen, sei anfangs gar nicht so einfach gewesen, räumt Kempter ein. Das Format lebe von Überhöhung und Zuspitzung. "Da mussten wir bei Ronja rausfinden, wie viel Wahnsinn diese Figur verträgt." Sie habe sich dabei vertrauensvoll in die Hände von Regisseur Leonard Fuchs begeben. Das sei eine gute Entscheidung gewesen.
Kaum Text zum Auswendiglernen
Ungewöhnlich ist vor allem die Arbeitsweise hinter der Impro-Serie. Die Dialoge entstehen weitgehend erst am Set. "Es gibt keine Texte, die wir auswendig lernen wie sonst - wir improvisieren (fast) alles", erzählt Kempter. Vor der Kamera fühle man sich dadurch viel freier. Gleichzeitig verlange diese Form aber auch viel Konzentration und Genauigkeit.
Auf Anhieb begeistert war die Schauspielerin von dem Projekt übrigens nicht. "Mich hätte ja zum Beispiel eine Abenteuergeschichte sofort gereizt, die am Amazonas spielt", sagt sie lachend. Eine Mockumentary in einem Berliner Amt habe nicht ganz oben auf ihrem Wunschzettel gestanden. Gereizt habe sie dann aber doch der Mikrokosmos, in dem völlig unterschiedliche Menschen auf engem Raum aufeinandertreffen - und dieser Situation auch nicht entkommen können.
Conny from the Block als Ideengeberin
Die Vorlage für den Amtsalltag liefern die Figuren von Tülin Sezgin (38), im Netz bekannt als "Conny from the Block". Die Berlinerin hat an der Entwicklung der Serie mitgearbeitet und spielt selbst Kantinenchefin Hanni. Kempter kannte die Parodien nach eigenen Angaben vorher eher als Phänomen. "Jetzt bin ich allerdings größter Fan!"
Zum Ensemble gehören außerdem Roxana Samadi und Yasin El Harrouk als Dilara und Orkan, der vergeblich versucht, aus der Friendzone seiner Kollegin herauszukommen. Kathrin Angerer spielt Doris, die seit Jahren kurz vor der Rente steht und nichts so sehr liebt wie Gossip in der Zigarettenpause. Petra Hartung ist als Personalrätin Gisela zu sehen, die nur ihre vertraglichen Pflichten erfüllt.
Anna Herrmann verkörpert Melissa, die jüngste Mitarbeiterin im Amt. Sie drückt sich konsequent vor jeder Arbeit, sieht ihre Zukunft aber trotzdem fest in der Chefetage. In weiteren Rollen spielen unter anderem Fridolin Sandmeyer, Florian Renner, Ben Felipe, Charles Booz Jakob, Jan Henrik Stahlberg, David Ali Rashed und Jale Arikan mit.
(ili/spot)