Erdrosselt, missbraucht und ausgeraubt

Zwei Frauenmorde in den 90er Jahren: 68-Jähriger bestreitet Taten vor Gericht

Handschellen sind an einem Gürtel eines Justizvollzugsbeamten befestigt. Foto: Frank Molter/dpa/Symbolbild
Handschellen sind an einem Gürtel eines Justizvollzugsbeamten befestigt. Foto: Frank Molter/dpa/Symbolbild
© deutsche presse agentur

28. September 2021 - 14:07 Uhr

"Beide Tatvorwürfe werden bestritten"

Vor dem Hamburger Landgericht muss sich ein 68 Jahre alter Mann wegen zweifachen Mordes verantworten. Der Angeklagte soll zwei Frauen in den 1990er Jahren in ihren eigenen Wohnungen in Hamburg missbraucht, erdrosselt und ausgeraubt haben, wie ein Sprecher des Hamburger Landgerichts mitteilte. Sein Anwalt gab Dienstag zum Prozessauftakt an: "Beide Tatvorwürfe werden bestritten." Seinen Mandanten würde das Strafverfahren außerordentlich belasten. Er habe beide Frauen zwar gekannt und würde ihr Schicksal bedauern, mit den Morden habe er aber nichts zu tun.

Sexuell missbraucht und erwürgt

Das erste Opfer war demnach eine 28-Jährige, die der Angeklagte im Jahr 1993 in ihrer Wohnung in Billbrook aufgesucht, sexuell missbraucht und dann mit einem Handtuch erwürgt haben soll. Mit der 28-Jährigen Roswita N. soll er gut befreundet gewesen sein. Der Angeklagte kannte die Opfer und auch den damaligen Lebensgefährten von Roswita N. Dieser gab Dienstag an: "Das war die Frau meines Lebens!"

1999 soll der heute 68-Jährige dann eine 79 Jahre alte Frau in ihrer Wohnung in Billstedt auf ähnliche Weise missbraucht und getötet haben. Im Anschluss soll er Schmuck sowie eine Handtasche mit persönlichen Dokumenten und einem Scheckkartenheft gestohlen haben. Über Jahrzehnte wurde ermittelt.

Soko "Cold Cases" hat Parallelen zu früheren Taten entdeckt

Nun haben die Ermittlerinnen und Ermittler die Indizien zu einem Bild zusammengesetzt, das den Angeklagten als Täter zeigt. Anstoß zum aktuellen Prozess lieferte die Neubewertung beider Fälle, wobei den zuständigen Ermittlern der Soko "Cold Cases" Parallelen zu früheren Taten des Deutschen aufgefallen seien.

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Schwurgericht setzt zwölf Verhandlungstage an

Der Angeklagte wurde bereits 2011 vom Landgericht Lübeck wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zulasten seiner eigenen Nichte zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Davor sei er bereits mehrfach wegen verschiedener Delikte strafrechtlich verurteilt worden, darunter auch wegen Sexualstraftaten zulasten von Frauen unterschiedlichen Alters, so der Gerichtssprecher. Das Schwurgericht hat insgesamt zwölf Verhandlungstage bis Mitte Dezember angesetzt. (dpa/kst)