Zuschauer-Regeln wegen Corona

Fußball-Deutschland droht ein Flickenteppich

01. Dezember 2021 - 18:36 Uhr

Die Zeit der vollen Arenen ist erst mal vorbei

Die Corona-Krise spitzt weiter sich zu. Dass auf den Fußball Zuschauer-Restriktionen zukommen, ist klar. Die Frage ist nur: Wird es einheitliche oder unterschiedliche Regeln geben? Gibt es Geisterspiele hier und einen Zuschauer-Deckel da? Die Zuschauerfrage bleibt vor den neuerlichen Bund-Länder-Beratungen am Donnerstag vorerst offen.

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Neue Auslastungsgrenze in NRW geplant

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hält in der Diskussion um Spiele vor leeren Rängen eine Reduzierung der Zuschauer-Kapazitäten für vertretbar. Gegenüber RTL/ntv bestätigte er Pläne einer Auslastungs-Obergrenze von einem Drittel in Stadien in Nordrhein-Westfalen.

"Wir haben uns in der Regierung darauf verständigt, dass wir jetzt erst einmal die Kapazität der Stadien auf ein Drittel beschränken werden. Keine Stehplätze mehr, alles auf Sitzplätze und dann halten wir das für vertretbar", sagte der Minister.

Wird das so beschlossen, kann das Topspiel in der Bundesliga zwischen Borussia Dortmund und Bayern München (Samstag, 18.30 Uhr) wenigstens vor einigen Zuschauern stattfinden.

Dortmund stornierte schon Tickets

Am Mittwochvormittag stornierten die Dortmunder den gesamten Ticketverkauf für das Bayern-Spiel.

Der BVB weiß wie alle Bundesligisten, dass Restriktionen auf ihn zukommen. Doch wie genau die Zuschauerfrage in Anbetracht der zugespitzten Corona-Situation geklärt wird, kann noch niemand ganz exakt einschätzen. Die Vorbereitungen der Clubs laufen dennoch bereits auf Hochtouren.

Vor der Bekanntmachung des Dortmunder Verkaufsstopps am Mittwoch hatte bereits eine kurze Mitteilung des FC Augsburg die unübersichtliche Lage verdeutlicht. Er plane für das kommende Heimspiel gegen den VfL Bochum mit einer Stadion-Auslastung von 25 Prozent, ließ der FCA wissen. Demzufolge würden sich die Augsburger gegen das Vorhaben ihres Landesvaters Markus Söder ("Wir werden die Zuschauer in den Stadien bis Ende des Jahres aussetzen") stellen.

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Flickenteppich wahrscheinlich - oder kommt doch alles ganz anders?

Während es in Bayern Geisterspiele geben soll, will Hessen ein Viertel der Kapazität freigeben. Wie es auch die Augsburger wünschen. "Wir sind überzeugt, dass es einen umsetzbaren Weg zwischen ausverkauftem Stadion und Geisterspielen gibt", sagte FCA-Geschäftsführer Michael Ströll.

Wie es letztlich kommen wird, entscheidet sich bei den neuerlichen Bund-Länder-Beratungen am Donnerstag. Stand jetzt wird an deren Ende mit Blick auf den Profisport ein Flickenteppich herauskommen. Doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass alles auch ganz anders ausgehen kann.

Möglicherweise setzt sich doch Söder mit seiner Forderung nach bundesweiten Begegnungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit durch. Unterstützung erhält der CSU-Politiker aus Baden-Württemberg und auch aus Sachsen, wo die Geisterspiel-Regelung ohnehin bereits gilt.

Wie planen die übrigen Bundesländer?

In Berlin sollen nur noch 5000 Zuschauer erlaubt sein, Niedersachsen denkt über eine Reduzierung der Kapazitäten nach, in Rheinland-Pfalz gilt nach wie vor die 2G-Regelung und Hamburg will sich einer "bundeseinheitlichen Regelung anschließen".

Zahlreiche Clubs bereiten sich derweil auf Restriktionen vor. Borussia Mönchengladbach hat wie Dortmund den Kartenverkauf storniert, Arminia Bielefeld und Fortuna Düsseldorf haben ihn gestoppt. Der VfB Stuttgart macht sich auf Geisterspiele gefasst. "Wir müssen wir aktuell davon ausgehen, dass wir die beiden letzten Heimspiele 2021 nur ohne Zuschauer austragen dürfen", ließen die Schwaben wissen.

Dass Zuschauer-Beschränkungen wieder eingeführt werden, steht schon vor den Beratungen der Politik am Donnerstag fest. Neben dem Fußball werden auch die anderen Sportarten betroffen sein. Schließlich geht es um Großveranstaltungen in ihrer Gesamtheit. (sfu/sid)