Nach Berichterstattung von "Antenne Thüringen" über "Gurgeln gegen Corona"

Falscher WhatsApp-Kettenbrief im Umlauf

Aktuell ist ein falscher WhatsApp Kettenbrief im Umlauf.
Aktuell ist ein falscher WhatsApp Kettenbrief im Umlauf.
© Panuwat (Balls), PANUWAT

21. April 2021 - 19:35 Uhr

"Kein Maulkorb von Politik"

Bei WhatsApp kursieren derzeit Kettenbriefe, die dem Radiosender "Antenne Thüringen" Zensur unterstellen. Unter anderem wird ihm vorgeworfen, er würde mit der Politik zusammenarbeiten und zu Gunsten dieser gewisse coronabedingte Berichte nicht senden. Dabei sind explizit Berichte gemeint, die sich mit dem Thema "Gurgeln gegen Corona" beschäftigen. Den Vorwürfen entgegnet der Radiosender in einer Stellungnahme: "Niemand hat uns einen Maulkorb verpasst. Weder bei diesem Thema noch bei einem anderen".

Grund ist Thema "Gurgeln gegen Corona"

WhatsApp Kettennachricht
Screenshot der WhatsApp Kettennachricht. Quelle: Antenne Thüringen.
© Antenne Thüringen

Schon mehrfach kursierten vermeintlich hilfreiche Methoden wie Gurgeln oder das Nutzen von Nasensprays gegen das Coronavirus im Internet. Sogar Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schwor im vergangenen Jahr auf diese Methode. So griff auch "Antenne Thüringen" das Thema Gurgeln in seinen Berichten auf. In der Stellungnahme des "Antenne Thüringen" Moderators Jens May heißt es: "Wir haben uns, was das Gurgeln angeht, bei verschiedenen Stellen abgesichert. Das Ergebnis: Es gibt keine Generalwirksamkeit, aber es kann unterstützen im Kampf gegen Corona. Und ich ganz persönlich bin der Meinung, dass man in einer Pandemie keine Chance liegen lassen darf. Wenn wir Chancen erkennen, reden wir darüber und werden es auch immer wieder tun". Und tatsächlich gibt es sogar aktuelle Studien, die einen zumindest möglichen Zusammenhang zwischen Gurgeln und Covid19 belegen sollen.

Neue Studie der University of Birmingham

In einer aktuellen Untersuchung der University of Birmingham haben Forscher festgestellt, dass es offenbar einen Zusammenhang zwischen Mundhygiene und dem Coronavirus geben soll. Sie haben unter anderem herausgefunden, dass beispielsweise Zahnfleischentzündungen dafür sorgen könnten, dass Coronaviren schneller in den Blutkreislauf gelangen. Um dem vorzubeugen, solle man gerade jetzt auf eine besonders gute Mundhygiene achten – dazu gehöre auch das Gurgeln mit Mundspülungen. Dass letzteres aber ein sicheres Mittel sei, um sich vor Corona zu schützen, entspreche jedoch nicht der Wahrheit. Denn um die Zusammenhänge tiefer zu erforschen, seien weitere Studien nötig: "Nähere Untersuchungen sind dringend erforderlich, um dieses neue Modell weiter zu untersuchen. In der Zwischenzeit wird die tägliche Mundhygiene und Plaquekontrolle nicht nur die Mundgesundheit und das Wohlbefinden der Menschen verbessern, sondern könnte auch im Zusammenhang mit der Pandemie lebensrettend sein", so Professor Chapple, Professor für Parodontologie an der University of Birmingham.