Ist das die seit 2003 vermisste Sofia Juarez?

22-Jährige behauptet in TikTok-Video, entführt worden zu sein

Die kleine Sofia ist im Jahr 2003 spurlos verschwunden.
Die kleine Sofia ist im Jahr 2003 spurlos verschwunden.
© ENEX

10. Mai 2021 - 10:45 Uhr

"Cold-Case"-Fall könnte endlich gelöst werden

Am 4. Februar 2003 ist Sofia Juarez im Alter von vier Jahren aus dem Haus ihrer Mutter in Kennewick im US-Staat Washington spurlos verschwunden. Mehrere großangelegte Suchaktionen blieben erfolglos. Ihr Foto wurde sogar auf den großen Werbetafeln am Times Square in New York gezeigt, in der Hoffnung auf Hinweise. Doch es blieb all die Jahre still, bis jetzt! Eine obdachlose Frau aus Mexiko behauptet in einem Video, vor 18 Jahren entführt worden zu sein. Viele glauben, es handle sich um die kleine Sofia.

TikTok-Video zeigt zufälliges Interview auf der Straße

In einem auf der Social-Media-Plattform TikTok veröffentlichten Video ist eine Frau zu sehen, die auf einer Parkbank sitzt und sagt, sie sei als Kind entführt worden und irgendwo in Mexiko gelandet. "Ich möchte meiner Tante und meiner Oma 'Hallo' sagen", erzählt sie. "Und ich möchte, dass sie kommen und mich abholen, weil ich entführt wurde." Laut dem US-Sender "CNN" wurde die Frau zufällig von den Komikern des 90.000-Follower-Kanals "akayalla" in Culican im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa angesprochen. Die Influencer sprechen Menschen auf der Straße an und drehen lustige Videos. Nun könnten sie dabei geholfen haben, dass ein 18 Jahre alter "Cold-Case"-Fall gelöst wird.

Polizei: „Es gibt eine sehr offensichtliche Ähnlichkeit“

So sah Sofia kurz vor ihrem Verschwinden aus.
So sah Sofia kurz vor ihrem Verschwinden aus.
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Schon kurz nach der Veröffentlichung ging das Video durch die Decke. Mehr als 150.000 Nutzer hörten die Worte der Frau und teilten das Video im Netz. Einige erinnerten sich sofort an das vermisste vierjährige Mädchen Sofia Juarez aus Kennewick und glaubten Ähnlichkeiten zu sehen. Juarez wäre laut dem Bericht heute 23 Jahre alt, das könnte also passen.

Laut "CNN" erhielt die Polizei Kennewick kurze Zeit später erste Hinweise. "Wir wurden mit Tipps überschwemmt", sagte Sonderermittler Al Wehner. Inzwischen seien 80 Hinweise zu dem Vermisstenfall bei der Polizei eingegangen. "Wir werden das Video untersuchen und Kontakt zu der Frau aufnehmen", versicherte er, und sagte weiter: "Es gibt eine sehr offensichtliche Ähnlichkeit." Über die Jahre habe die Polizei immer wieder mittels einer Computersoftware Bilder von Sofia erstellt, diese sollen nun mit der Frau verglichen werden. Außerdem soll ein DNA-Test durchgeführt werden.

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Sofias Mutter ist bereits im Jahre 2009 verstorben

Mit diesen Fotos hat die Polizei jahrelang nach Sofia gesucht.
Mit diesen Fotos hat die Polizei jahrelang nach Sofia gesucht.
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Die Polizei hat Sofias Familie bereits kontaktiert, heißt es. "Wir sind sehr überrascht und haben das nicht erwartet", ließen ihre Angehörigen laut "CNN" mitteilen. Sie seien von der Nachricht überwältig und würden nun auf weitere Informationen hoffen. Leider kann Sofias Mutter ein Wiedersehen mit ihrer verschwundenen Tochter nicht mehr miterleben, sie ist bereits vor 12 Jahren gestorben. Sie habe bis zuletzt die Hoffnung nicht aufgegeben, ihre Tochter wiederzusehen.

Durch ein Missverständnis habe sie ihre Tochter damals aus den Augen verloren. Der Freund der Großmutter habe die kleine Sofia am 4. Februar 2003 mit in den Supermarkt nehmen wollen, als sie im Garten spielte. Erst habe sie abgelehnt, aber dann doch mitgehen wollen. Sie sagte ihrer Mutter Bescheid und folgte dem Mann, der davon aber nichts wusste. Als er zurückkam, fehlte von Sofia jede Spur. Die Polizei geht davon aus, dass sie unterwegs entführt und nach Mexiko gebracht wurde.

mor