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Xi Jinping lädt ein: Irres Protz-Bankett bei Olympia

Haben Sie so etwas schon mal gesehen?

Irres Protz-Bankett bei Olympia

Xi-Bankett bei Olympia
Hier lässt es sich wahrhaft herrschaftlich speisen: Chinas Staaschef Xi Jinping lud am Rand der Olympia-Eröffnung zu einem Bankett.
dpa

Das hat eher was von botanischem Garten als von einem Tisch, der zum Speisen gedacht ist. China-Staaschef Xi Jinping und seine Frau Peng Liyuan haben am Rande der Olympischen Winterspiele in Peking ein Bankett mit Staatschefs aus der ganzen Welt abgehalten. Die „botanische Tafel“ wurde am Samstag in der Großen Halle des Volkes in Peking gedeckt – vom Volk war bei dieser Runde allerdings keine Spur.

Darum ging es!

Hintergrund des Treffens waren die Spannungen mit den USA und Europa. Bei dem Bankett mit überwiegend autokratischen Gästen plädierte Xi Jinping für „wahren Multilateralismus“ - womit in China meist ein Zurückdrängen der Vorherrschaft der Supermacht USA gemeint ist.

Wegen der Spannungen mit China und der Menschenrechtsverletzungen im Gastgeberland hatten die USA, Kanada, Großbritannien, Australien und andere Länder die olympische Eröffnungsfeier boykottiert, indem sie keine Regierungsvertreter entsandt hatten. Auch Deutschland und Japan waren nicht vertreten, sprachen allerdings nicht von Boykott.

Erinnerungen an "Achse des Bösen"

Die gesamte Gästeliste mit etwas mehr als 20 Repräsentanten war im Vorfeld der Veranstaltung vom chinesischen Staatsfernsehen CCTV veröffentlicht worden. Sie spiegelt die geopolitische Situation der Olympia-Gastgeber wider. Und weckt – in Teilen – Erinnerungen an die einst von den USA ausgerufene "Achse des Bösen".

Die Namen: Saudi-Arabiens Kronprinz Mohamed Bin Salman, Ägyptens ebenso umstrittener Staatspräsident Abd al-Fattah as-Sisi und der Emir von Katar, das wegen Menschenrechtsverletzungen ähnlich heftig in der Kritik steht wie China. Der größte Name auf der Gästeliste war allerdings Russlands Staatspräsident Wladimir Putin.

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Aber ein Deutscher sitzt mittendrin

An dem Bankett nahm auch der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, teil – der eine Politisierung der Spiele übrigens stets verneint.

Xi Jinping führte jeweils einzeln politische Gespräche mit angereisten Staatsgästen wie etwa aus Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan, Ägypten und Serbien.

Nach den Unruhen in Kasachstan äußerte Xi Jinping im Gespräch mit Präsident Kassym-Schomart Tokajew seine Überzeugung, dass das Land soziale Stabilität wahren könne. Ein „unabhängiges, sicheres, stabiles und blühendes Kasachstan“ sei im gemeinsamen Interesse, zitierte ihn die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Kasachstans Staatspräsident hatte im Januar regierungskritische Proteste mit Gewalt beenden lassen. (sfu/dpa/sid)