Im Kampf gegen Alltags-Armut

Wohlfahrtsverbände wollen mit Kampagne „Zusammen Hessen stärken“ ein Zeichen setzen

„Zusammen Hessen stärken“ Kampf gegen Armut im Alltag
02:35 min
Kampf gegen Armut im Alltag
„Zusammen Hessen stärken“

30 weitere Videos

Ein warmes Essen auf dem Tisch, ein schützendes Dach über dem Kopf – für Tom aus Frankfurt gehört das schon lange nicht mehr zum Alltag. Seit fünf Jahren lebt er nun auf der Straße. Aufwärmen kann er sich bei den kalten Temperaturen glücklicherweise in der Teestube „Jona“ im Frankfurter Bahnhofsviertel. Was die Wohlfahrtsverbände in Hessen jetzt zur Verbesserung fordern – im Video.

Die Nachfrage steigt

In der Teestube „Jona“ am Bahnhofsviertel in Frankfurt findet Tom nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch die nötige Zuwendung. Sozialarbeiterin Nora Röll und ihre Kolleginnen sorgen sich hier nämlich um Menschen wie ihn. Sie befürchtet, dass es bald mehr Bedürftige als bisher geben wird: „Ich glaube, das merkt man jetzt schon ganz gut, weil die Tafeln schon öfter diese Rückmeldungen gegeben haben, dass sie gar nicht mehr alle Leute bedienen können, die zu ihnen kommen. Das heißt, das wird sich hier auch bemerkbar machen. Hier werden definitiv mehr Leute kommen, die auf das Essensangebot angewiesen sind“, befürchtet die Sozialarbeiterin.

Sozialarbeiterin Nora Röll in der Teestube Jona im Frankfurter Bahnhofsviertel.
Sozialarbeiterin Nora Röll kümmert sich in der Teestube "Jona" um Bedürftige.
rtl.de

„Zusammen Hessen stärken“

Die Preise für Strom und Lebensmittel steigen derzeit immer weiter an und erreichen ein Niveau, das viele überfordert. Die Wohlfahrtsverbände in Hessen stellen sich daher auf immensen Zuwachs ein. Sie schlagen Alarm und verlangen nachhaltige Unterstützung vom Land Hessen. Mit der Kampagne „Zusammen Hessen stärken“ wollen die Wohlfahrtsverbände die Landespolitik frühzeitig vor der Landtagswahl im Herbst 2023 sensibilisieren.

Lese-Tipp: Deutlich mehr Menschen kommen zu den Tafeln: Weniger Spenden

Für mehr Förderbedarf beim Wohnen, in der Pflege und allgemein für bessere Unterstützung finanziell benachteiligter Menschen - Hessen kann hier mehr, lautet die Aufforderung an die Politik. „Wenn wir auf den Armutsbericht des Bundes schauen, dann müssen wir leider feststellen, dass die Armutsquote in Hessen überproportional gestiegen ist. Das heißt, wir befinden uns auch im Vergleich zu anderen Bundesländern in einer deutlichen Abwärtsspirale, speziell hier in Hessen", erklärt Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen.

Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen.
Die Armutsquote in Hessen ist gestiegen. Carsten Tag hofft auf mehr Unterstützung.
rtl.de
Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Solidarität muss gefördert werden

Eine klare Ansage der Wohlfahrtsverbände. Viel angestauter Frust, der oftmals in Wut umschlägt, da sich immer mehr Menschen im Stich gelassen fühlen. Es geht auch darum, eine Spaltung der Gesellschaft zu verhindern und Solidarität zu fördern - höchste Zeit für die Landespolitik, besonders denen, die wenig haben, mehr Beachtung zu schenken. (ora/naw)