Frust über fehlende Testergebnisse in Bayern

Wo komme ich jetzt schnell an einen Covid-19-Test?

Corona-Testzentrum am Hauptbahnhof Hamburg eröffnet
© dpa, Markus Scholz, mks kde

04. September 2020 - 17:43 Uhr

Tausende Menschen warten auf ihr Ergebnis

Erneute Corona-Testpanne in Bayern: Bei der Übermittlung der Ergebnisse von Corona-Tests, die an bayerischen Flughäfen gemacht wurden, gibt es erhebliche Verzögerungen. Von der jüngsten Panne in Bayern sind rund 10 000 Menschen betroffen. Das sagte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums am Freitag in München. Was können Menschen, die jetzt wissen möchten, wie ihr Ergebnis lautet, tun?

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Die Ungewissheit ist kraftraubend

Da kommt man aus dem Urlaub zurück und lässt sich auf Covid-19 testen, doch dann das: Aufgrund von EDV-Problemen können Ergebnisse vieler Tests in Bayern erst einmal nicht ausgeliefert werden. Jetzt ist guter Rat teuer - und das im wahrsten Sinne. Denn natürlich ist die Ungewissheit kraftraubend. Wer getestet wird, gilt ja erst einmal als Verdachtsfall und muss sich sicherheitshalber isolieren. Die Idee liegt deshalb nah, sich am besten sofort noch einmal testen zu lassen.

Hausärzte scheuen Aufwand und Risiko

Doch das ist einfacher gesagt als getan. Denn so schnell kommt man nicht an einen Test - zumindest wenn er gratis sein soll. Wir haben mit Medizinexperte Dr. Christoph Specht darüber gesprochen. Er sagt: "Wenn Sie beim Gesundheitsamt anrufen, wird man Sie nach Ihren Gründen fragen und Sie im Zweifelsfall von Pontius zu Pilatus schicken." Auch bei den niedergelassenen Ärzten dürfte es schwierig werden - "viele scheuen Aufwand und Risiko", so Specht. Glück haben da schon eher die Berufsgruppen, für die regelmäßige Tests empfohlen sind.

Diese Möglichkeiten kommen jetzt in Betracht

Sie wollen sich schnell testen lassen – wissen aber nicht wo? Diese sechs Möglichkeiten kommen jetzt für Sie in Betracht.

  • Möglichkeit 1: Sie gehören zu einer Berufsgruppe, bei denen Tests empfohlen werden. Dann sollten Sie es einfach haben: Im Testzentrum wird man sie gegen Vorlage entsprechender Dokumente in der Regel noch einmal testen. Wann Sie Ihre Testergebnisse bekommen, hängt aber ganz davon ob, wie die Labore in Ihrer Region ausgelastet sind. Und das gilt ganz allgemein beim Thema Corona-Tests!

  • Möglichkeit 2: Sie rufen beim Gesundheitsamt an und bitten darum, einen Test machen zu dürfen, weil sie sich unsicher fühlen. Am wahrscheinlichsten ist dann, das man sie dort natürlich erst einmal beraten will und die Gründe für Ihr Test-Gesuch prüft. Sehr wahrscheinlich ist es nicht, dass Sie für einen Test zugelassen werden.

  • Möglichkeit 3: Sie wenden sich an Ihren Hausarzt mit der Bitte, dass der einen Test veranlasst. Doch viele Hausärzte testen teilweise gar nicht selbst oder sind wenig motiviert, einen Test zu machen, wenn Sie nicht zu einer der relevanten Berufsgruppen gehören. Das hat zum ersten Abrechnungsgründe und zum zweiten scheuen viele Ärzte den extra Aufwand und das Risiko. 

  • Möglichkeit 4: Sie täuschen Krankheitssymptome vor und gehen zu Ihrem Hausarzt. "Das machen wohl einige", sagt uns Medizinexperte Specht. Aber Ärzte erkennen schnell, wenn eine Krankheit nur vorgetäuscht wird – und legal ist das auch nicht, zumindest wenn Sie dadurch krankgeschrieben werden.

  • Möglichkeit 5: Sie besorgen sich einen Schnelltest aus der Apotheke. Aber die sind erstens nicht immer treffsicher, zweitens zeigen diese Tests erst 5 Tage nach einer Infektion an, ob es bei Ihnen eine Antikörper-Bildung gab und drittens ist mittlerweile durch die RKI-Studie "Corona-Monitoring lokal" bekannt, dass bis zu 40 % der Menschen, die einen positiven Abstrich hatten, keine Immunreaktion aufwiesen.

  • Möglichkeit 6: Die letzte Möglichkeit, so Dr. Specht, ist in der Tat auch die, die am wahrscheinlichsten Erfolg verspricht: "Wenn Sie einen Hausarzt bitten, auf Privathonorar-Basis einen Test zu machen, wird es eine höhere Bereitschaft geben, diesen auch durchzuführen." Denn an einem privat finanzierten Test verdienen Ärzte nun einmal besser als an einem kassenärztlich abgerechneten. Kostenpunkt: Zwischen 70 und 150 Euro.

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