Modellrechnung des DLR

Windräder töten täglich 5,3 Milliarden Insekten

© iStockphoto

23. März 2019 - 16:53 Uhr

Windräder: Todesfalle für Insekten, Vögel und Fledermäuse

Dass Windkraftanlagen wichtige Quellen erneuerbarer Energien sind, ist wohl jedem klar. Doch der Bau großer Windparks birgt auch Gefahren - und zwar fürs Tierreich. Laut einer Modellrechnung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sterben 5,3 Milliarden Insekten durch Windräder - pro Tag!

Schnelle Luftströme führen durch Windparks

Grund dafür sind die Rotorblätter der Windräder. Beim Durchflug der Rotoren werden Insektenschwärme erfasst und dabei getötet. Doch wie kann es dazu kommen? Eine Studie des DLR geht davon aus, dass ausgewachsene Insekten kurz vor der Eiablage in großen Schwärmen hohe, schnelle Luftströme aufsuchen, um zu entfernten Brutplätzen getragen zu werden. Diese Pfade führen allerdings auch durch Gebiete, die seit etwa 30 Jahren zunehmend mit Windparks und Kraftanlagen bebaut werden. Wissenschaftler schätzen, dass durch Rotorenschlag jährlich 1.200 Tonnen Insekten sterben. Auch für bestimmte Vogelarten und Fledermäuse können dichte Windparks zur Lebensbedrohung werden.

Erneuerbare Energien kommen Insekten auch zugute

Die genauen Auswirkungen von Windrädern auf Insektenpopulationen und das allgemeine Insektensterben wurden bisher nicht untersucht. Der Bundesverband Windenergie (BWE) betont trotz der erschreckenden Zahlen, dass die durch erneuerbare Energien eingesparten Treibhausgase auch Insekten zugute kämen. Demnach seien Windenergien eher "Problemlöser" als Problemursache des Insektensterbens.