Widerstand im hessischen Landtag

"Akzeptanz" statt "Toleranz": AfD-Antrag zur Sexualerziehung erntet heftige Kritik

Eine Schülerin meldet sich am 27.11.2013 im Biologieunterricht einer 8. Klasse in einem Gymnasium in Hannover (Niedersachsen). Die von der rot-grünen Landesregierung geplante Mehrarbeit für Gymnasiallehrer steht im Mittelpunkt der Jahrestagung des ni
Ein Antrag der hessischen AfD-Fraktion, der eine Rückkehr zu einer früheren Fassung des Sexualerziehungslehrplans an den Schulen forderte, sorgte für heftige Kritik.
dpa, Julian Stratenschulte

Ein Antrag der AfD-Fraktion ist im hessischen Landtag auf versammelten Widerstand der restlichen Parteien gestoßen. Die Fraktion forderte eine Rückkehr zu einer früheren Fassung des Sexualerziehungslehrplans an den Schulen. Die anderen Parteien stellten sich gegen die Forderung.

AfD: Akzeptanz sei besser als Toleranz

Der bildungspolitische Sprecher der AfD, Heiko Scholz, kritisierte unter anderem, dass der aktuelle Lehrplan nicht mehr wie in der Version bis 2016 zur „Toleranz“ von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intersexuellen Menschen erziehen soll, sondern zur „Akzeptanz“. „Die als Bildungs- und Erziehungsziel ausgewiesene Akzeptanz im Sinne von Gutheißen geht sowohl über Respekt als auch Toleranz weit hinaus“, erklärte er.

SPD: AfD will pädagogische und gesellschaftliche Rückkehr in finstere Vorzeiten

Die anderen Parteien kritisierten diesen Antrag heftig. Diesem liege „eine massive Abwertung von Menschen zugrunde, die in ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität vom ausschließlich heterosexuellen Leitbild der AfD abweichen“, so der Grünen-Abgeordnete Frank Diefenbach am Donnerstag in Wiesbaden. Die SPD-Vertreterin Nina Heidt-Sommer erklärte, die AfD wolle „die pädagogische und gesellschaftliche Rückkehr in finstere Vorzeiten“.

Alexander Lorz (CDU)
Alexander Lorz (CDU) spricht. Foto: Sven Braun/dpa/Archivbild
deutsche presse agentur
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