5. April 2019 - 11:03 Uhr

Retinol wird hauptsächlich gegen Falten eingesetzt

Der Kosmetikmarkt ist voll mit angeblichen Anti-Aging-Mitteln – Serum hier, Creme da. Eines davon ist Retinol, die reine Form von Vitamin A. Der Wirkstoff findet sich zum einen in Lebensmitteln und  zum anderen in kosmetischen Mitteln, wo es hauptsächlich gegen Falten eingesetzt wird. Doch laut des Bundesinstituts für Risikobewertung ist das Vitamin mit Vorsicht zu genießen. Wie gefährlich ist das Anti-Falten-Wundermittel und was gilt es bei der Anwendung zu beachten?

Bei einem Vitamin A-Mangel verliert die Haut an Elastizität

Vitamin A spielt eine wichtige Rolle beim Wachstum von Hautzellen. Es fördert die Bildung von Hornzellen, die oberste Schicht der Haut und regt die Produktion von Kollagen, was die Haut straff und elastisch hält. Der Stoff gelangt zwar durch Nahrung in den Körper, beispielsweise durch Karotten und Eigelb, durch UV-Strahlung und den Alterungsprozess wird der Haut jedoch wieder Vitamin A entzogen. Da das oft nicht ausreichend nachgebildet werden kann, verliert die Haut ihre Elastizität und wird dünner – Falten entstehen. Retinolhaltige Cremes oder Seren ermöglichen es der Haut, das Retinol in Vitamin A umzuwandeln und so den Mangel wieder auszugleichen. Die kosmetischen Mittel versprechen eine Minderung von kleinen Fältchen, die durch das Alter oder UV-Strahlen entstanden sind. Viele klinische Studien bestätigen die Wirkung.

Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor Hypervitaminose

Vitamin A scheint zwar eine positive Wirkung auf den Körper zu haben, doch aufgepasst! Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor einer übermäßigen Anwendung kosmetischer Produkte, die Retinol enthalten. In Kombination mit Vitamin A aus Nahrungsmitteln kann es zu einer Überdosierung, einer sogenannten Hypervitaminose, kommen. Und die kann zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Leberschäden führen, so das BfR. Die Ursache liegt darin, dass sich Vitamin A als fettlösliches Vitamin im Fettgewebe anreichert. Anders als bei wasserlöslichen Vitaminen kann ein Überschuss nicht ausgeschieden werden.

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Eine ausgewogene Ernährung deckt den Bedarf an Vitamin A

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung beträgt die benötigte Tagesdosis von Vitamin A bei Erwachsenen ca. einen Milligramm der sogenannten Retinol-Äquivalente, diese Dosis wird bei einer ausgewogenen Ernährung normalerweise von selbst erreicht. Die maximale Tagesdosis liegt bei drei Milligramm, bei Personen mit einem erhöhten Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche und Frauen in den Wechseljahren wird eine Hochstdosis von 1,5 Milligramm pro Tag empfohlen. Aufgrund dessen empiehlt das BfR, die Anwendung retinolhaltiger Kosmetikprodukte für Haut und Gesicht zu beschränken. In Lippen- und Körperpflegeprodukten soll komplett auf die Zugabe von Vitamin A verzichtet werden.

Schuppung, Trockenheit oder Rötungen am Anfang der Verwendung von Retinol ist normal. Wenn die Nebenwirkungen länger als drei bis vier Tage anhalten, sollte das Produkt abgesetzt werden.

Retinol wirkt nicht nur gegen Falten. Da der Stoff bewirkt, dass sich die oberste Schicht der Haut "schält" und erneuert, hat die Anwendung noch weitere Effekte: Vergrößerte Poren wirken kleiner, Pigmentflecken lassen nach und sogar Akne kann sich verbessern.