Das Metall steckt oft in Modeschmuck

Nickel-Allergie: Wie erkenne ich sie, und was kann ich dagegen tun?

21. August 2020 - 15:30 Uhr

Nach Rückruf bei Kik

Der Textil-Discounter Kik hat Metallarmbanduhren für Damen wegen einer erhöhten Nickellässigkeit zurückgerufen und aus dem Verkauf genommen. Nickel kann beim Hautkontakt Allergien auslösen. Im Video sehen Sie, wie sich eine Nickel-Allergie manifestiert.

In diesen Produkten steckt Nickel

Viele Menschen reagieren allergisch, wenn sie mit Gegenständen in Kontakt kommen, die Nickel abgeben. Nicht nur in Modeschmuck, Münzen und Brillengestellen, auch in Lebensmitteln, Pflanzen und Zigaretten ist Nickel enthalten. Größere Mengen stecken in Kakao, schwarzem Tee, Kaffee, Nüssen, Hülsenfrüchten und Vollkorn.

Bei Kontakt mit dem Metall kommt es spätestens nach zwölf Stunden zu Juckreiz und Rötungen der Haut. Meist ist die Reaktion auf die Hautpartie begrenzt, die Kontakt mit dem Material hatte. Grundsätzlich gilt: Je enger und je länger der Kontakt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Reaktion.

Allergiker müssen aufpassen: Die Grenzwerte für Nickel in Ohrsteckern wurden wird oft überschritten.
Allergiker müssen aufpassen: Die Grenzwerte für Nickel in Ohrsteckern wurden wird oft überschritten.
© Okan METIN

Was tun, wenn es juckt?

Erst einmal muss das Schmuckstück runter von der Haut. Dann hilft eine cortisonhaltige Creme - zunächst einmal zum Abheilen. Zum anderen verhindert das Cortison auch, dass die Immunzellen Gedächtniszellen bilden, die Allergie langfristig also stärker ausfällt.

Wer bemerkt, dass er bei Kontakt mit einem bestimmten Schmuckstück darauf reagiert, sollte idealerweise auch einen Test beim Hautarzt machen: Ein sogenannter Epikutantest zeigt unter anderem, welche Metalle nicht vertragen werden. Beim nächsten Schmuckkauf kann der Juwelier so bestimmte Schmuckstücke ausschließen.

Importware könnte stärker belastet sein

Eine EU-Verordnung begrenzt den Nickelgehalt bei Schmuck und Mode. Gegenstände wie Modeschmuck dürfen nur eine bestimme Menge an Nickel freisetzen, nicht mehr als 0,5 µg Nickel pro Quadratzentimeter und Woche.

Wer aber auf Märkten Importware kauft, hat eventuell einen höheren Nickelgehalt im Schmuckstück. Die sichersten Materialien für Schmuck sind Feingold, das nicht als Legierung angeboten wird, und Platin, so Experten. Beide machen praktisch keine Beschwerden.

Der Nagellack-Trick

Wer sein Lieblings-Schmuckstück wegen einer Nickel-Allergie nicht wegwerfen will, kann es mit dem Nagellack-Trick versuchen. Einige User im Internet schwören darauf:

  • Überziehen Sie Ihren Schmuck mit einem farblosen Nagellack, Klarlack
  • Lassen Sie den Lack 24 Stunden trocknen.
  • Wenn die Haut dennoch allergisch reagiert, überziehen Sie den Schmuck mit einer zweiten Schicht Nagellack.

Das sagt die Expertin zum Klarlack-Trick

Dr. Ina Schulze, Fachärztin für Dermatologie, verrät uns, ob der Trick tatsächlich funktionieren kann. "Viele machen das, um eine Schutzschicht zu bekommen, damit der Nickel nicht auf der bloßen Haut ist, sondern der Klarlack", erklärt sie. "Man muss allerdings sagen, bei Schmuck und bei Ketten fetzt sich das so schnell ab, es ist kein permanenter Schutz – man müsste es ja ständig neu auftragen. Das wäre nur eine Notlösung."