Das steckt hinter der Heißhungerattacke

Weshalb bekommen wir im Freibad immer Lust auf Pommes?

Pommes-Heißhunger im Freibad
© dpa, Christoph Soeder, soed kde

30. Juni 2020 - 17:15 Uhr

Wir erklären das Sommerphänomen

Sommer, Sonne, Freibad – diese drei Begriffe gehören für viele untrennbar zusammen. Und zu einem vollkommenen Freibadbesuch darf für die meisten – neben Sonncreme und Eis – eine leckere Portion Pommes frites nicht fehlen. Doch woran liegt es, dass sich unmittelbar nach Betreten des Schwimmbads bei Groß und Klein die Lust auf die frittierten Kartoffelstäbchen einstellt?

1. Erklärung: Nostalgie - die Portion Pommes gehörte schon als Kind zum Besuch im Schwimmbad dazu

Was der Tomatensaft im Flugzeug oder das Popcorn und die Nachos im Kino, sind die Pommes im Freibad. Dabei könnte man meinen, dass einem bei hohen Temperaturen eher der Sinn nach Eis und kalten Getränken steht. Doch schon als Kind ist bei den meisten wohl kaum ein Nachmittag im Schwimmbad ohne eine Tüte Pommes zuende gegangen. Und genau das ist laut Imbissbesitzerin Nele Heinevetter einer der Gründe dafür, warum auch viele Erwachsene ungern auf die Portion Pommes im Schwimmbad verzichten.

"Ich glaube, weil man von Kind auf lernt, dass es zum Schwimmbadbesuch gehört", sagt Heinevetter. Es fallen ihr noch andere Argumente ein, sich eine Portion zu bestellen: "Pommes sind vegan" und "Pommes mit Salat sind ein super Mittagessen". Ihr Tipp: Mal eine Portion mit einer Spalte Zitrone versuchen.

2. Erklärung: Schwimmen macht hungrig

Nele Heinevetter hat im Sommerbad Humboldthain im Berliner Stadtteil Wedding einen Imbiss, der gleichzeitig ein Ort für Kunstausstellungen, Kinderworkshops und Performances ist. In ihrem Imbiss "Tropez" gibt es frische Pommes im Sonnenblumenöl frittiert, die kleine Schale für 2,50 Euro. Im Internet zeigt das "Tropez" diese Saison auch passende Kunst: ein Videospiel, bei dem eine dänische Künstlerin die Fritten in den Rachen wandern lässt. Heinevetter und ihr Team haben das Ganze noch nicht über: "Wir essen selber jeden Tag Pommes."

Ähnliches erzählt Mathias Kaucha, einer der Betreiber des Imbisses im Berliner Prinzenbad. Pommes sind dort "Grundausstattung". Sie essen selbst Leute, die sie sonst nie essen. "Irgendwie kommt der Sommerflair den Pommes zugute." Schwimmen mache hungrig. Zu Spitzenzeiten wurden im Prinzenbad schon 2000 bis 3000 Portionen am Tag verkauft.

3. Erklärung: Wer viel schwitzt, bekommt Appetit auf Salziges

Matthias Oloew, Sprecher der Berliner Bäderbetriebe, sagt zum Thema Pommes: "Das hat nicht so sehr mit dem Schwimmen, sondern etwas mit dem Sommer zu tun." Es ist heiß, man schwitzt, der Körper hat einen Bedarf nach Kohlehydraten und Salz, sagt Oloew. "Man hat einen Appetit darauf." Pommes im Freibad, das sei seit den 50er Jahren in Deutschland verbreitet.

Eine Portion hat je nach Größe bis zu 490 Kalorien, ist auf der Internetseite einer Fastfood-Kette zu lesen. Sie sind fettig und die reine Sünde. Oder etwa nicht? Es gibt Stimmen, die sagen, man soll das essen, worauf man Lust hat und was der Körper gut verträgt.

Diese Food-Gadgets sorgen für Abkühlung

Und auch wenn eine Portion Pommes aus ernährungswissenschaftlicher Sicht nicht der gesündeste Snack ist: In Maßen gegessen spricht nichts dagegen.

Wem aber doch eher nach ein wenig Abkühlung im Freibad ist: Hier finden Sie erfrischende Food-Gadgets für den Sommer!