Weniger Stress, weniger Nebenwirkungen

Wie Yoga Krebspatienten helfen kann

11. September 2019 - 19:30 Uhr

Mit der „Krieger“-Stellung den Kampf besser durchstehen

Diagnose: Krebs. Fünf Buchstaben, die sofort dafür sorgen, dass nichts mehr sein wird, wie es war. Wie bei SPD-Politikerin Manuela Schwesig, die jetzt den Kampf gegen den Brustkrebs aufnehmen musste, ändert sich für viele Menschen das Leben schlagartig: Angst, Ungewissheit, auch Wut und Trauer sprengen den Alltag, die Belastungen der Behandlung setzen dem Körper extrem zu. Yoga kann den Betroffenen nachweislich helfen, diese Extremsituation besser zu bewältigen und Nebenwirkungen abzuschwächen. Im Video erklären eine Brustkrebs-Patientin, eine Yoga-Lehrerin und eine Frauenärztin, warum.

Kein Allheilmittel, aber wertvolle Begleitung

Es ist wichtig zu betonen: Yoga ist kein Allheilmittel, Tumore lassen sich damit nicht einfach "wegatmen". Doch durch die intensive Verbindung von Körper, Seele und Geist kann es helfen, eine Krebstherapie besser durchzustehen. Das belegt eine umfangreiche Auswertung von insgesamt 29 Studien, die ein Team von Wissenschaftlern um Dr. Suzanne Danhauer von der Wake Forest School of Medicine in Winston-Salem (USA) analysierte. Vor allem Brustkrebspatientinnen hatten an den Studien teilgenommen.

Vertrauen in den Körper wird gestärkt

Die Ergebnisse, zusammengefasst von der" ÄrzteZeitung", waren eindeutig: In fünf von sechs Studien wirkte sich die regelmäßige Yogapraxis während der Krebsbehandlung positiv auf die allgemeine Lebensqualität aus. Die Fatigue, also die große emotionale und körperliche Erschöpfung, nahm in fünf von acht Untersuchungen deutlich ab. Zudem zeigten sich oft Verbesserungen im Hinblick auf das Empfinden von Stress. Und auch auf der körperlichen Ebene konnte nachgewiesen werden, dass entzündungsfördernde Proteine sowie das Stresshormon Cortisol in geringeren Mengen vorhanden waren.

Positiver Effekt auch nach der Krebstherapie

Auch bei den Studienteilnehmern, die erst nach der Krebsbehandlung mit Yoga anfingen, verbesserte sich einiges: Die Fatigue konnte hier in sieben von zehn Studien reduziert werden, in vier von sechs Untersuchungen verbesserte sich der Schlaf. Lymphödeme (Wassereinlagerungen) nahmen ab, die geistige Leistungsfähigkeit und Vitalität hingegen zu. Negative Effekte der Praxis gab es keine. Die Wissenschaftler halten es daher für sinnvoll, Yoga im Kampf gegen den Krebs zu einem festen Bestandteil des Behandlungskonzepts zu machen.

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