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Werden Fischstäbchen jetzt knapp? Rohware kommt nur teilweise in Bremerhaven an

Rohware kommt nur teilweise in Bremerhaven an

Werden Fischstäbchen jetzt knapp?

Gibt es bald einen Engpass bei Fischstäbchen?
Gibt es bald einen Engpass bei Fischstäbchen?
deutsche presse agentur

von Kirsten Studt

Für Fisch und Fischstäbchen müssen Verbraucher ab sofort tiefer in die Tasche greifen: „Das liegt daran, dass die Rohware für Fertigfischgerichte wie Fischstäbchen generell knapp wird. In Bremerhaven haben die ersten Fischfabriken deshalb Kurzarbeit angemeldet, die Mitarbeiter verdienen somit deutlich weniger“, so Dr. Matthias Keller, Geschäftsführer vom Fischinformationszentrum Hamburg im Gespräch mit RTL Nord.

Lieferketten werden in China deutlich gebremst

ARCHIV - Norwegisches Lachsfilet (Zuchtlachs) wird am 15.04.2014 auf einem Wochenmarkt in Langenhagen (Region Hannover, Niedersachsen) auf eine Verkaufstheke gelegt. Foto: Holger Hollemann/dpa (zu dpa "Nahrungsmittelpreise steigen seit Jahren stärker als die Inflation") +++(c) dpa - Bildfunk+++
Die Fisch-Rohware kommt in China an und wird dort handfiletiert.
dpa, Holger Hollemann

„Die Fisch-Rohware kommt meist aus amerikanischen oder russischen Gewässern. In China wird sie von Hand filetiert und in Europa weiterverarbeitet. Die Arbeiten in China läuft allerdings gerade deutlich langsamer, Lieferketten funktionieren also nicht mehr so schnell wie vorher“, so Dr. Matthias Keller. Das liege unter anderem daran, dass China derzeit wegen Angst vor Corona nur noch Fisch in Containern ins Land lasse. Container seien derzeit aber knapp und deshalb kommt weniger Rohware in Bremerhaven an, wo der Fisch weiterverarbeitet wird.

Gibt's jetzt weniger Fischstäbchen?

ARCHIV - ILLUSTRATION - Produktion von Fischstäbchen (Illustration zum Thema Fischverarbeitung, Archivfoto vom Mai 2002). Der Bestand an Alaska-Seelachs hat nach Einschätzung von Greenpeace dramatisch abgenommen. Es drohe gar ein Kollaps der Bestände, ähnlich wie beim Kabeljau vor Kanada Anfang der 90er Jahre, sagte die Greenpeace-Fisch-Expertin Iris Menn am Dienstag (24.11.2009) in Hamburg. Alaska-Seelachs (Polock) wird zum Beispiel zu Fischstäbchen verarbeitet. Foto: MAK dpa (zu dpa 0347 vom 24.11.2009) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Fischstäbchen werden zwar teurer - aber nicht knapper!
dpa, C3460 MAK

Fischstäbchen und Fisch generell werden aber nicht knapp, Verbraucher müssten sich keine Sorgen machen, so Keller: „Die Vielfalt in Fischregalen und bei Fischstäbchen wird allerdings eingeschränkt sein. Und natürlich werden die Produkte wegen der Lieferketten-Problematik auch teurer – Fischstäbchen bestehen ja dazu auch zu 35 Prozent aus Weizen-Panade und Weizenmehl ist gerade einfach äußerst knapp!“