„Let’s talk about it!“

Suizid-Ausstellung in Kassel zeigt Wege aus der Lebenskrise

10. September 2021 - 16:28 Uhr

Der Bruch mit einem gesellschaftlichen Tabu

Selbsttötung ist eines der letzten Tabuthemen in unserer Gesellschaft. Die Ausstellung "Suizid – let's talk about it" in Kassel will das ändern. Einige Künstler verarbeiten in ihren Werken die Suizide naher Angehörige. Prof. Dr. Reinhard Lindner ist Suizidologe und arbeitete mit suizidgefährdeten Menschen. Er erklärt uns im Video das Tabuthema Suizid.

Warum ist Suizid in unserer Gesellschaft so ein Tabuthema?

08.09.2021, Hessen, Kassel: Plakate rund um das Thema Suizid hängen an der Wand des Museums für Sepulkralkultur. Zum Welttag der Suizidprävention (10.09.) eröffnet das Kasseler Museum die Sonderausstellung «Suizid · Let·s talk about it!». Die Exposit
Sonderausstellung zum Thema Suizid
© dpa, Uwe Zucchi, cch htf

Rund 10.000 Menschen töten sich jedes Jahr in Deutschland selbst. Daran erinnert der Welttag der Suizidprävention am 10. September. "Lieber nicht darüber reden", ist die gängige Haltung zum Suizid. Für viele, die einen geliebten Menschen auf diese Weise verloren haben, wäre es aber eine Erleichterung, über die Tat und die damit verbundenen Gefühle sprechen zu können.

Prof. Dr. Reinhard Lindner, Suizidologe, spricht aus, was viele Menschen sich nicht trauen.
"Es hat damit was zu tun, dass die Gefühle, die der Suizid auslöst, an sich sehr unangenehm sind. Menschen möchten sich natürlich davor schützen, mit unangenehmen, eigenen Gefühlen zu tun zu bekommen. Das ist sicherlich ein wichtiger Punkt. Es ist ein Skandal sozusagen der Suizid, weil hier ein Mensch, aus welchen Gründen auch immer, sich gegen das Leben entscheidet."

Trennung, Verlust, Krankheit – es gibt viel Gründe

08.09.2021, Hessen, Kassel: Dirk Pörschmann, Direktor des Museums für Sepulkralkultur, geht an der Projektion des Wortes "Weshalb?" vorbei. Zum Welttag der Suizidprävention (10.09.) eröffnet das Kasseler Museum die Sonderausstellung «Suizid · Let·s t
Sonderausstellung zum Thema Suizid
© dpa, Uwe Zucchi, cch htf

Die Ausstellung geht das Thema auf unterschiedlichen Ebenen an - mit emotionalen Abschiedsbriefen, eindrücklichen Videoinstallationen, in denen Betroffene zu Wort kommen und Werken internationaler Künstler aus unterschiedlichen Zeiten. Die Ausstellung ist vom 10. September bis 27. Februar 2021 im Sepulkralmuseum in Kassel zu sehen. (sel)

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Hilfe bei Suizidgedanken

Haben Sie suizidale Gedanken oder haben Sie diese bei einem Angehörigen/Bekannten festgestellt? Hilfe bietet die Telefonseelsorge: Anonyme Beratung erhält man rund um die Uhr unter den kostenlosen Nummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222. Auch eine Beratung über das Internet ist möglich unter http://www.telefonseelsorge.de.