Behördenwahnsinn in Weimar

Döner dürfen nicht mehr Döner heißen

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30. Oktober 2019 - 9:26 Uhr

Döner dürfen nicht mehr Döner heißen: Gesetz von 1997 wird Imbissbuden in Weimar zum Verhängnis

Dönerbudenbesitzer in Weimar verstehen die Welt nicht mehr. Sie dürfen ihren Döner nicht mehr Döner nennen. "Drehspieß im Fladenbrot" steht fortan groß auf den Speisekarten. Der Grund: Die Lebensmittelbehörde stellte fest, dass die Zutaten nicht exakt denen eines Original-Döners entsprechen.

Laut Gesetz von 1997 darf nur grob entsehntes Schafs- oder Rindfleisch enthalten sein, der Hackfleisch-Anteil darf 60 Prozent nicht überschreiten. Hinzu kommen Salz, Eier, Gewürze, Öl, Zwiebeln, Milch und Joghurt. Ansonsten dürfen keine weiteren Zutaten hinzugefügt werden.

"Döner-Reinheitsgebot" wird ignoriert

Genau hier beginnt in Weimar das Problem. Viele Imbisse bestellen ihr Fleisch bei Großhändlern, die sich nicht an das "Deutsche Lebensmittelbuch" halten. Durch beigefügte Geschmacksverstärker hat der Kebab in Weimar mit dem "Döner-Reinheitsgebot" wenig zu tun. Für die Behörde ist klar: Die Bezeichnung "Döner" muss man sich verdienen und die Imbissbuden in Weimar haben das nicht. Deshalb also nun "Drehspieß im Fladenbrot".​ Für die Kunden ändert sich aber erstmal nichts. "Alle sagen trotzdem noch Döner", verrät einer der Imbissbetreiber.