Gefährlicher Inhaltsstoff Bisphenol A

Können Kassenbons zu Unfruchtbarkeit führen?

Kassenbons dürfen nicht im Altpapier entsorgt werden.
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30. Juli 2019 - 13:01 Uhr

Der Giftstoff kann unter anderem die Schilddrüse und die Fruchtbarkeit beeinflussen

Haben Sie sich schon einmal beim Einkaufen Gedanken gemacht, was passieren kann, wenn Sie mit einem Kassenbon in Berührung kommen? Wenn nicht, sollten Sie dies ab jetzt wohl besser tun! Aufgrund ihres Inhaltsstoffes Bisphenol A können die Einkaufsbelege unter anderem die Schilddrüse, den Zyklus und sogar die Fruchtbarkeit beeinflussen. Wir verraten Ihnen, was genau hinter dem gefährlichen Stoff steckt und wie gefährlich Kassenbons wirklich sind.

Substanz wird über die Haut aufgenommen

Bisphenol befindet sich im Thermopapier, also der speziellen Außenbeschichtung von Kassenbons, Fahrkarten oder auch Parkscheinen. Die Substanz wird über die Haut aufgenommen. Besonders schädlich ist sie natürlich für diejenigen, die täglich damit zu tun haben – wie Kassierer, die ständig die Zettel in die Hand nehmen: "Es kann Adipositas hervorrufen, Schilddrüsenstörungen, das Zyklusgeschehen beeinflusse, die Fruchtbarkeit beeinflussen, und – das ist eine Vermutung –Erbgutschäden verursachen", warnt Dr. Maul, Chefarzt der Asklepios Klinik Wandsbek.

Von der EU als "besonders besorgniserregend" eingestuft

Laut Umweltbundesamt kann die Substanz sogar die Entstehung von Tumoren begünstigen. Dass Bisphenol gefährlich sein könnte, ist schon länger bekannt – doch erst jetzt wurde es von der EU wegen möglicher Hormonstörungen als "besonders besorgniserregend" eingestuft. Ein Verbot gibt es aber erst ab 2020. 

Die ersten Unternehmen wie Rewe, Edeka, Aldi und Dm haben schon reagiert und sind auf Bisphenol-freie Alternativen umgestiegen. Und das ist richtig so, denn: "Es ist ein Stoff, der überall vorhanden ist! Sie müssen sich vorstellen, dass das alle Plastikflaschen enthalten. Wir haben die Innenbeschichtung von Dosen, die es enthalten. Und wir wissen, dass viele Menschen einen messbaren Bisphenol-A-Spiegel im Blut haben", so Dr. Maul.

Bons und Fahrkarten gehören nicht ins Altpapier

Kassenbons und Fahrkarten sollte man übrigens nicht im Altpapier entsorgen, damit der Stoff nicht recycelt wird und später nicht wieder im Zeitungspapier landet! Selbst schützen kann man sich nur, indem man sich nach der Zettelvergabe intensiv die Hände wäscht.