Wegen Corona-Lockdown

Chef von Galeria Karstadt Kaufhof kündigt Mega-Rabattschlacht an

Rabattschlacht in der Corona-Krise.
Rabattschlacht in der Corona-Krise.
© picture alliance, Eibner-Pressefoto/Weber

29. April 2021 - 9:45 Uhr

Lager sind mit Saisonware übervoll

Der Chef von Galeria Karstadt Kaufhof erwartet demnächst eine Flut von Preisnachlässen. Die Lager mit Saisonware sind immer noch rappelvoll. Vor allem durch den monatelange Lockdown, liegt jede Menge Ware wie Blei in den Regalen. Und die muss jetzt unbedingt raus.

"So viele Rabattaktionen wie nie zuvor"

"Aktuell herrscht ein großer Warendruck, gerade bei Textilien. Die Lager sind branchenweit übervoll. Bei Kleidung werden wir so viele Rabattaktionen sehen wie nie zuvor", so Galeria Karstadt Kaufhof CEO Miguel Müllenbach Müllenbach zu Bild.

Vor allem die großen Warenhäuser und Filialketten stehen mit dem Rücken zur Wand. Immer mehr Geschäfte in den Innenstädten schließen, so hat Runners Point alle Filialen geschlossen, Händler wie H&M, Tally Weijl, Galeria Karstadt Kaufhof machen ebenfalls Filialen dicht und setzen verstärkt auf den Online-Handel.

Konsumforscher Rolf Bürkl ist allerdings optimistisch, dass die Kunden auf das Lockdown-Ende warten und dann zuschlagen. "Durch das erzwungene Sparen sind aufgrund des Lockdowns sehr viele finanzielle Mittel in den Haushalten aufgelaufen. Davon wird sicher ein großer Teil wieder ausgegeben", so der GfK-Experte gegenüber RTL/ntv. Auch er geht davon aus, dass die Händler nach dem Lockdown mit aller Macht ihre Ware losschlagen werden. "Der Schnäppchenjäger wird auf seine Kosten kommen", sagt der Konsum-Experte. Gerade im Textilbereich ist das Angebot groß, aber auch die Nachfrage: Durch Homeoffice und dem Wegfall von größeren Festen war bestimmte Kleidung einfach nicht nachgefragt. Das werde sich aber bald ändern.

Galeria Karstadt Kaufhof schließt weitern Staatskredit nicht aus

Der schwer angeschlagene Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof benötigt möglicherweise in wenigen Wochen einen weiteren Staatskredit. In einem Interview mit "Bild" sagte Vorstandschef Miguel Müllenbach: "Einen weiteren Staatskredit kann ich nicht ausschließen. Wir haben heute 75 Filialen geschlossen. Tendenz steigend. Und eine wirkliche Öffnungsperspektive spielt in der öffentlichen Rolle keine Debatte. Hält der Lockdown an, werden wir weitere finanzielle Mittel benötigen." Müllenbach betonte, dass ohne Hilfe "unseres Eigners Signa es längst keine Warenhäuser mehr geben" würde.

In welcher Höhe Galeria Karstadt Kaufhof den weiteren Staatskredit benötigen wird, wollte Müllenbach nicht sagen. "Alles hängt von den nächsten Wochen ab." Auf die Frage, ob das Unternehmen pro Monat rund 100 Millionen Euro verbrenne, sagte Müllenbach: "Ich will das nicht kommentieren, aber die Größenordnung ist nicht falsch. Wenn wir praktisch keine Möglichkeit haben, Geld an der Kasse zu verdienen, müssen wir andere Quellen nutzen."

Quelle: Reuters / RTL

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