Kompliziert oder einfach?

Was muss beim Wechsel des Festnetzanbieters beachtet werden?

Unzufrieden mit dem Festnetzanbieter? Das sollte bei einem Wechsel beachtet werden.
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06. Mai 2020 - 15:46 Uhr

Festnetzanbieter wechseln - so geht's

Schnelleres Internet, Glasfaseranschluss, unbegrenzt telefonieren – mittlerweile gibt es viele Anbieter und verschiedene Angebote für Internet und Telefonie. Doch einmal einen Anbieter gefunden, wechseln die wenigsten Verbraucher und bleiben demselben Unternehmen jahrelang treu - obwohl sie durch einen Wechsel oft viel Geld sparen könnten und das ganz einfach: Voraussetzung ist, dass man etwas Zeit in die Recherche investiert.

Günstiger und schneller soll es sein

Wenn nicht gerade schlechter Service oder dauernde Ausfälle den Kunden weg treiben, spielen meist zwei Faktoren eine Rolle beim Wechsel des Anbieters: der Preis und schnelleres Internet. Hat der bisherige Anbieter beispielsweise nicht die technisch maximal mögliche Surfgeschwindigkeit geboten, wäre ein Wechsel zu einem anderen Anbieter mit einer höheren Surfgeschwindigkeit ratsam.

Ein anderer Wechselgrund kann eine höhere Geschwindigkeit in Verbindung mit einer anderen Technologie sein - denn es gibt nicht nur DSL: Manche Kabel-Anbieter bieten etwa Geschwindigkeiten von 200 Megabit pro Sekunde und mehr. Zudem gibt es lokale Netzbetreiber, die Glasfaseranschlüsse mit Gigabit-Geschwindigkeit (1.000 MBit/s) ins Haus legen. Das ist für viele Verbraucher attraktiver, weil so meist schnelles Internet sichergestellt wird.

Wann lohnt sich ein Wechsel?

Vom Wechsel um jeden Preis rät Alexander Kuch vom Telekommunikationsportal "Teltarif.de" ab. Denn oft unterscheiden sich die Angebote zwischen dem alten und dem neuen Anbieter nur um zwei bis drei Euro. Dementsprechend würde sich der Aufwand eher weniger lohnen. Findet man aber ein deutlich besseres Angebot und möchte wechseln, kann man alle nötigen Infos, wie das Datum des Vertragsbeginns, den Zeitpunkt, zu dem die Mindestvertragslaufzeit nach aktuellem Stand endet oder das Datum der Kündigungsfrist, vom alten Anbieter einfordern. Der Einfachheit halber müssen all diese Informationen zum Beispiel auf jeder Rechnung vermerkt sein.

Die für den Kunden wichtigste Angabe der Vertragsmodalitäten ist der letzte Kalendertag, an dem die Kündigung beim Anbieter eingehen muss, um eine Vertragsverlängerung zu verhindern. Auch sollte man beachten, dass die Kündigung nur zum Ende der vereinbarten Vertragslaufzeit - meist 12 oder 24 Monate - möglich ist. Dabei dürfe die Kündigungsfrist höchstens drei Monate betragen.

Wer nimmt den Wechsel vor?

Doch wer kündigt den Vertrag beim alten Anbieter? Der Verbraucher selbst oder der neue Provider? "Am besten kündigt der neue Anbieter beim alten Provider und regelt mit ihm die Übernahme des Anschlusses und die Portierung der Rufnummern", erklärt Alexander Kuch. Probleme könnten entstehen, wenn jemand zuvor schon selbst beim alten Anbieter gekündigt und zum Beispiel den Portierungsantrag vergessen hat. Dann könne es passieren, dass beispielsweise der Wechsel fehlschlägt oder die Nummern nicht portiert werden können. In diesem Fall werden vom neuen Anbieter dann neue Rufnummern zugeteilt.

Auf der anderen Seite muss kein Wechsler befürchten, plötzlich ohne Telefon und Internet dazustehen. Denn scheitert die Überleitung binnen eines Kalendertages, muss der Altanbieter seinem Kunden wieder mit einem Telefon- beziehungsweise Internetanschluss versorgen. Und bis der Wechsel klappt, fällt über das Vertragsende hinaus nur noch die Hälfte der ursprünglichen Grundkosten an. Dies gilt jedoch nicht, wenn der Kunde das Scheitern nachweislich selbst zu vertreten hat.

Kann ich beim Wechsel meine alte Nummer mitnehmen?

Ja! Die alte Nummer kann mitgenommen werden. Dies muss nur bei der Bestellung des neuen Anschlusses dem neuen Provider mitgeteilt werden. So eine Mitteilung kann aber auch nachgereicht werden, erklärt der Bundesnetzagentur-Sprecher: "Der neue Anbieter stimmt dann die Mitnahme der Rufnummer mit dem alten Anbieter ab. Beim Anbieterwechsel wird angestrebt, dass die Rufnummer beim neuen Anbieter möglichst noch am gleichen Tag geschaltet wird".

dpa/RTL.de