Was ist Ökostrom eigentlich?

© dpa, Z1029 Maurizio Gambarini

11. Dezember 2019 - 10:12 Uhr

Öko ist nicht gleich öko

Sie wollen Ökostrom? Können Sie haben. Aber öko ist nicht gleich öko. So einfach ist es nicht, nur Strom aus erneuerbaren Energien zu beziehen.

Mit dem Begriff Ökostrom wird elektrische Energie bezeichnet, die auf ökologisch vertretbare Weise aus erneuerbaren Energiequellen (Wind, Wasser, Sonne, Biomasse, Erdwärme) hergestellt wird. Aber Vorsicht! Wie öko der Ökostrom wirklich ist, hängt vom Anbieter und dessen Zertifikat ab. Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung erkennen manche Zertifikate als Ökostrom an. Dabei wird aber Erdgas genutzt, was zu klimaschädlichem CO2 führt. Manche Zertifikate verpflichten die Anbieter dazu, einen Teil ihrer Ökostrom-Erlöse in den Ausbau erneuerbarer Energien zu investieren – das ist wiederum vorbildlich.

Und dann gibt's noch das Modell der "Grünstromzertifikate", Ein Ökostrom-Anbieter produziert in diesem Fall nicht selber Ökostrom, sondern kauft einfach die benötigte Menge Strom in Form von Grünstromzertifikaten. Er kauft beispielsweise Zertifikate für Ökostrom aus Wasserkraft, nicht jedoch den Strom selbst. Der Hersteller verkauft seinen Strom weiter an die bisherigen Kunden, darf den nur nicht mehr als Grünstrom deklarieren. Das ist denen aber egal, weil sie eh wissen, dass er aus Wasserkraft kommt. Im Endeffekt führt das Grünstromzertifikat also nicht dazu, dass mehr Strom aus erneuerbaren Energien produziert wird. In Deutschland wird dann der konventionelle Strom mit Hilfe der Zertifikate zu Ökostrom umdeklariert.

Ob bei Ihnen nun tatsächlich Strom aus erneuerbaren Energiequellen aus der Steckdose kommt, können Sie aber ohnehin nie wissen. Denn das Stromnetz ist für alle dasselbe und der Strom physikalisch immer gleich – egal wie er hergestellt wurde. Die Ökostrom-Anbieter verpflichten sich aber, genauso viel Ökostrom in das Stromnetz einzuspeisen, wie seine Kunden entnehmen. So wird der Strommix insgesamt umweltfreundlicher.