2018 M09 26 - 9:05 Uhr

Kurz vorm Einschlafen zuckt man plötzlich zusammen – warum?

Jeder kennt es: Hundemüde fällt man ins Bett und freut sich, ins Himmelreich der Träume zu fallen. Und plötzlich, kurz vorm Einschlummern, zuckt man heftig zusammen und wird wieder wach. Aber warum macht unser Körper das?

Systeme im Gehirn kämpfen miteinander

Dr. med. Michael Feld, Facharzt für Allgemeinmedizin, Somnologe (DGSM), Schlafmediziner
Dr. med. Michael Feld, Facharzt für Allgemeinmedizin, Somnologe (DGSM), Schlafmediziner
© RTL Interactive

Muskelzucken beim Einschlafen ist keine Seltenheit. Dieses Phänomen kennen laut Neurologen etwa 70 Prozent der Menschen. Bei jedem ist es unterschiedlich ausgeprägt: Manche bemerken das Zucken nicht mal und schlafen entspannt weiter, andere werden dadurch wach und können nicht mehr einschlafen, wodurch der Schlafrhythmus gestört wird.

Schlafmediziner Dr. Michael Feld hat uns erklärt, woher das Zucken kommt: Beim Einschlafen werden die verschiedenen Körperfunktionen im Gehirn unterschiedlich schnell heruntergefahren. Während viele Gehirnteile bereits "schlafen", ist der Bereich, der für die Steuerung der Bewegung verantwortlich ist, teilweise noch aktiv. Sendet er dann fälschlicherweise Signale an die bereits erschlaffte Muskulatur, zucken die Muskeln.

Ist das Zucken ein Zeichen für Stress?

Es gibt viele Faktoren, die dieses unwillkürliche Zucken hervorrufen können, erklärt Dr. Michael Feld: "Dazu zählen zum Beispiel Licht, Lärm, Alkohol, Koffein oder später, exzessiver Sport. Alles, was das Gehirn vor der Schlafphase nochmal auf Hochtouren bringt, kann der Auslöser für ein späteres Zucken sein." Auch Stress ist ein Faktor, der das Zucken hervorruft. Denn "geistiger oder körperlicher Stress ist nie eine Grundlage für guten Schlaf", so Dr. Michael Feld.

Einschlafzuckungen sind aber letztlich harmlos und einfach ein Phänomen, das beim Übergang von Wachsein zum Schlafen auftaucht. Hat man allerdings Schmerzen bei den Zuckungen und wird durch sie extrem beim Schlafen gehindert, sollte man zum Arzt gehen.